Die Weltbevölkerung wächst – aber wie lange noch?

<p>In keinem anderen Land der Welt leben mehr Menschen als in Indien.</p>
In keinem anderen Land der Welt leben mehr Menschen als in Indien. | Foto: dpa

Nach der aktuellen Prognose der Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung Mitte der 2080er Jahre mit rund 10,3 Milliarden Menschen ihren Höchststand erreichen. Danach dürfte sie langsam zurückgehen.

Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau ist weltweit in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesunken: von vier Kindern Mitte der 1970er Jahre auf derzeit etwa 2,2. Dennoch wächst die Weltbevölkerung weiter. Grund dafür ist, dass geburtenstarke Jahrgänge erst jetzt das Alter erreichen, in dem Frauen Kinder bekommen. Zudem steigt die Lebenserwartung vielerorts weiter, weil sich Lebensbedingungen und medizinische Versorgung verbessert haben.

Regional entwickelt sich die Bevölkerungszahl sehr unterschiedlich. Während sie vor allem in Afrika südlich der Sahara weiter stark zunimmt, schrumpft sie in zahlreichen wohlhabenden Ländern Europas, Nordamerikas und Ostasiens. In 63 Staaten und Gebieten, darunter Japan, Russland und China, ist die Bevölkerung laut UN bereits rückläufig. China könnte bis zum Ende des Jahrhunderts sogar mehr als die Hälfte seiner heutigen Einwohner verlieren.

Dagegen wird die Bevölkerung in 126 Ländern, vor allem in Afrika südlich der Sahara und Teilen Asiens, voraussichtlich mindestens bis 2054 weiter wachsen. In Staaten wie der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria und Somalia dürfte sich die Einwohnerzahl zwischen 2024 und 2054 sogar verdoppeln. Die Folgen unterscheiden sich je nach Region. Alternde und schrumpfende Gesellschaften stehen vor Herausforderungen für Arbeitsmarkt sowie Sozial- und Gesundheitssysteme. In Ländern mit starkem Bevölkerungswachstum kann dagegen eine junge Erwerbsbevölkerung wirtschaftliche Chancen eröffnen, wenn genügend Arbeitsplätze und Bildung vorhanden sind.

Ob die Erde künftig mehr als zehn Milliarden Menschen ernähren kann, hängt Experten zufolge nicht allein von der Bevölkerungszahl ab. Entscheidend sind auch Produktion und Konsum. Die wohlhabendsten zehn Prozent der Weltbevölkerung verursachen rund die Hälfte des weltweiten Ressourcenverbrauchs, während die ärmere Hälfte weniger als zehn Prozent verbraucht.

Nach Schätzungen des Population Reference Bureau haben seit dem Auftreten des modernen Menschen vor rund 50.000 Jahren etwa 117 Milliarden Menschen gelebt. Die heute lebenden Menschen machen damit gut sieben Prozent aller jemals Geborenen aus. (dpa/svm)

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