Unter Auflagen: Kartellbehörde stimmt Rossel-IPM-Fusion zu

<p>Das Logo der Tageszeitung „Le Soir“ in der Redaktion in Brüssel. Die Zeitung gehört zur Mediengruppe Rossel, deren Fusion mit IPM von der Wettbewerbsbehörde unter Auflagen genehmigt wurde.</p>
Das Logo der Tageszeitung „Le Soir“ in der Redaktion in Brüssel. Die Zeitung gehört zur Mediengruppe Rossel, deren Fusion mit IPM von der Wettbewerbsbehörde unter Auflagen genehmigt wurde. | Foto: Belga

Nach Einschätzung der Wettbewerbsbehörde birgt der Zusammenschluss Risiken für den Wettbewerb und den Medienpluralismus. Rossel verpflichtete sich deshalb unter anderem, nahezu alle Zeitungstitel zu erhalten, deren redaktionelle Eigenständigkeit zu sichern und den Austausch redaktioneller Inhalte weitgehend zu begrenzen.

Zudem sollen die einzelnen Titel ihre eigene Identität und ihre jeweiligen Redaktionsstatuten behalten. Die Auflagen gelten nach Angaben der Behörde grundsätzlich unbefristet. Sollte ein Zeitungstitel künftig eingestellt werden, müsste Rossel zunächst nachweisen, dass dessen Fortführung wirtschaftlich nicht mehr vertretbar ist. Die Wettbewerbsbehörde verwies zugleich auf die schwierige wirtschaftliche Lage der Medienbranche mit sinkenden Printauflagen, rückläufigen Werbeeinnahmen, der anspruchsvollen digitalen Transformation und dem zunehmenden Konkurrenzdruck internationaler Online-Plattformen. Ohne den Zusammenschluss wäre die Marktposition von IPM voraussichtlich weiter geschwächt worden, hieß es. Von der Fusion erwartet die Behörde Synergien insbesondere bei unterstützenden Dienstleistungen und Investitionen in die digitale Entwicklung.

Kritik kam unter anderem von Gewerkschaften, Redaktionsvertretungen und der Organisation Reporter ohne Grenzen. Sie befürchten negative Auswirkungen auf Beschäftigung, regionale Berichterstattung und Medienvielfalt und fordern, dass die zugesagten Garantien konsequent eingehalten werden. Das Unternehmen Rossel erklärte dagegen in einer Stellungnahme, Ziel der Fusion sei es, die verschiedenen Zeitungstitel langfristig zu sichern und ihre unterschiedlichen redaktionellen Profile zu erhalten. Die Umsetzung der von der Wettbewerbsbehörde auferlegten Verpflichtungen soll bis Ende September abgeschlossen sein. (belga/sc)

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