Hohe Kosten bremsen Heizungswechsel in Belgien aus

<p>Ein Handwerker nimmt Einstellungen an einer Wärmepumpenanlage vor. Hohe Investitionskosten bremsen laut einer aktuellen Umfrage vielerorts den Umstieg auf klimafreundlichere Heizsysteme.</p>
Ein Handwerker nimmt Einstellungen an einer Wärmepumpenanlage vor. Hohe Investitionskosten bremsen laut einer aktuellen Umfrage vielerorts den Umstieg auf klimafreundlichere Heizsysteme. | Foto: picture alliance/dpa

Nach Angaben des Unternehmens zeigen die Ergebnisse, dass die Energiewende zwar grundsätzlich akzeptiert werde, sich dies bislang jedoch nur begrenzt in konkreten Investitionen niederschlage. Antargaz gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Energieversorgern in den Benelux-Ländern und ist auf Propan, Butan sowie erneuerbare Alternativen spezialisiert.

Das Unternehmen sieht in der Befragung Hinweise darauf, dass zwischen den politischen Zielen der Energiewende und den Möglichkeiten vieler Haushalte eine wachsende Lücke besteht. Als wichtigste Hürde nennen 40 Prozent der Befragten, die keinen Wechsel ihres Heizsystems planen, die hohen Installationskosten. Selbst unter denjenigen, die sich grundsätzlich einen Umstieg vorstellen können, spielen finanzielle Überlegungen eine zentrale Rolle. Für 62 Prozent steht laut der Pressemitteilung vor allem die Aussicht auf niedrigere Energiekosten im Vordergrund. Hinzu kommt nach Angaben von Antargaz eine große Unsicherheit über die bestehenden Fördermöglichkeiten. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) gibt an, die verfügbaren Unterstützungsmaßnahmen nicht zu verstehen. 39 Prozent halten die Ziele der Energiewende für unklar, in der Wallonischen Region liegt dieser Anteil sogar bei 48 Prozent. 42 Prozent fühlen sich laut Umfrage zudem von der Politik nicht ausreichend unterstützt.

In der Pressemitteilung warnt das Unternehmen vor diesem Hintergrund vor einer „Energiewende mit zwei Geschwindigkeiten“, bei der vor allem finanziell besser gestellte Haushalte die Umstellung bewältigen könnten. „Die belgischen Haushalte stellen die Notwendigkeit der Energiewende nicht in Frage. Was ihnen fehlt, ist Klarheit darüber, wie sie dies konkret in ihrer eigenen Wohnung umsetzen sollen. Solange Lösungen als zu komplex oder zu teuer empfunden werden, bleiben Maßnahmen aus“, wird Mathieu Baquet, Operations & Finance Director Benelux bei Antargaz Belgium, in der Mitteilung zitiert.

Viele favorisieren die Wärmepumpe, doch oft fehlen Voraussetzungen für schnellen Umstieg

Die Studie zeigt zudem, dass Wunsch und Wirklichkeit bei den bevorzugten Heizsystemen häufig auseinandergehen. So halten 39 Prozent der Befragten eine Wärmepumpe für die ideale Lösung. Gleichzeitig kennen 45 Prozent ihren Energieausweis nicht, während 14 Prozent in energetisch ineffizienten Gebäuden wohnen, die zunächst umfassend saniert werden müssten. Auch die Elektrifizierung wird zwar von vielen als Zukunftslösung gesehen, sei aber nicht für jeden Gebäudetyp geeignet und stelle das Stromnetz vor zusätzliche Herausforderungen, heißt es in der Pressemitteilung. Deshalb verweist Antargaz auf Biopropan als eine bereits verfügbare Alternative. Nach Angaben des Unternehmens kennen allerdings 75 Prozent der Belgier diesen Energieträger bislang nicht. Sobald die Technologie erläutert werde, zeige sich fast jeder zweite Haushalt offen dafür. Biopropan werde aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, könne in bestehenden Propananlagen genutzt werden und die CO₂-Emissionen gegenüber herkömmlichem Propan um bis zu 80 Prozent senken, heißt es in der Mitteilung. Die Ergebnisse basieren auf einer Online-Befragung, die Ipsos im April 2026 im Auftrag von Antargaz durchgeführt hat. Nach Unternehmensangaben nahmen 1.800 Belgier teil. Die Stichprobe wurde repräsentativ nach Alter, Geschlecht und geografischer Verteilung zusammengesetzt, hieß es. (red/sc)

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