Belgien subventionierte fossile Energien 2024 mit fast 15 Milliarden Euro

<p>Der Verkehrssektor erhielt 2024 den größten Anteil der fossilen Subventionen in Belgien.</p>
Der Verkehrssektor erhielt 2024 den größten Anteil der fossilen Subventionen in Belgien. | Illustrationsbild: belga

Alle Sektoren der belgischen Wirtschaft erhielten direkte Subventionen in Höhe von 10,7819 Milliarden Euro. Das entspricht 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Diese Unterstützungen erfolgen vor allem in Form von Steuerbefreiungen oder ermäßigten Akzisen- und Mehrwertsteuersätzen. Zum Vergleich: 2021 lag der Anteil der direkten Subventionen am BIP noch bei 2,4 Prozent, also 0,7 Prozentpunkte höher. Der Rückgang ist hauptsächlich auf konjunkturelle Faktoren zurückzuführen, etwa den geringeren Erdgasverbrauch und sinkende Energiepreise.

Die Subventionen für den Luft- und Seeverkehr werden wegen ihres internationalen Charakters separat ausgewiesen. Sie beliefen sich 2024 auf 1,006 Milliarden Euro, also 0,2 Prozent des BIP. Die Kerosinbefreiung für den Luftfahrtsektor wurde auf 754,6 Millionen Euro geschätzt und steigt seit 2020 kontinuierlich. Die Befreiungen für Schweröl und Diesel im Seeverkehr lagen bei 226,9 Millionen beziehungsweise 24,9 Millionen Euro.

Indirekte Subventionen, die den Verbrauch eines Produkts oder einer Dienstleistung begünstigen, bei dem fossile Energie zum Einsatz kommt, machten 2024 rund 225 Millionen Euro aus. Das entspricht 0,04 Prozent des BIP. Dabei geht es vor allem um die Mehrwertsteuerbefreiung auf Flugtickets.

Die steuerliche Regelung für Firmenwagen wird wegen ihrer Einstufung als umweltschädliche Subvention gesondert betrachtet. Sie belief sich 2024 auf 3,1 Milliarden Euro und nimmt weiter zu.

Der Verkehrssektor erhielt damit 2024 die meisten Subventionen: insgesamt 6,36 Milliarden Euro. Auf ihn entfielen 18,5 Prozent der direkten Hilfen, also 1,99 Milliarden Euro, nahezu alle indirekten Subventionen mit 224,5 Millionen Euro sowie die Subventionen für den internationalen Luft- und Seeverkehr in Höhe von rund einer Milliarde Euro. Hinzu kommt die steuerliche Regelung für Firmenwagen mit 3,1 Milliarden Euro.

An zweiter Stelle steht der Gebäudesektor mit 4,65 Milliarden Euro, was 43,2 Prozent aller direkten Subventionen entspricht. Die Industrie folgt mit 3,15 Milliarden Euro beziehungsweise 29,3 Prozent der direkten Subventionen.

Subventionen in Form von Transfers an Privatpersonen, die eine soziale Zielsetzung haben, beliefen sich 2024 auf 120,2 Millionen Euro. Sie gingen nach einem Höchststand in den Jahren 2022 und 2023 zurück, der auf die gestiegenen Kosten des Sozialtarifs zurückzuführen war.

Der schrittweise Abbau von Subventionen für fossile Energien wurde bei der Klimakonferenz COP26 in Glasgow beschlossen. Belgien entschied sich in diesem Zusammenhang, noch einen Schritt weiterzugehen und jährlich ein Inventar dieser Subventionen zu erstellen. Erstmals führte dieses Inventar auch zu einer „Spending Review“ für die Regierung. Darin werden mehrere Szenarien für eine Verringerung der Subventionen bis 2030 vorgeschlagen. (belga/rt)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment