Rekordzahl an EU-Bürgern verlässt Belgien wieder

<p>Koen Dewulf ist Direktor von Myria. Im aktuellen Jahresbericht stellt das Zentrum unter anderem fest, dass 2024 so viele EU-Bürger Belgien verlassen haben wie nie zuvor, während die Zuwanderung insgesamt auf hohem Niveau stabil blieb.</p>
Koen Dewulf ist Direktor von Myria. Im aktuellen Jahresbericht stellt das Zentrum unter anderem fest, dass 2024 so viele EU-Bürger Belgien verlassen haben wie nie zuvor, während die Zuwanderung insgesamt auf hohem Niveau stabil blieb. | Foto: belga

Im Jahr 2024 wanderten demnach insgesamt 171.706 Ausländer nach Belgien ein. Damit blieb die Zahl gegenüber 2023 nahezu unverändert, liegt aber weiterhin über dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Fast die Hälfte der Zuwanderer stammt aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union. Weitere 14 Prozent kamen aus europäischen Ländern außerhalb der EU, 17 Prozent aus Asien, 16 Prozent aus Afrika und fünf Prozent vom amerikanischen Kontinent. Die größte Gruppe bildeten Rumänen mit 18.845 Zuzügen. Hauptgrund für ihre Einwanderung ist laut Myria die Arbeitsaufnahme. Es folgen Frankreich, die Ukraine, die Niederlande, Spanien und Marokko. Auffällig ist zudem, dass aus Frankreich die meisten Frauen nach Belgien einwanderten. Auch bei der Zuwanderung aus Lateinamerika, der Karibik und Ostasien überwog der Frauenanteil. Als Wohnort bleibt Brüssel besonders gefragt: Rund drei von zehn ausländischen Zuwanderern lassen sich in der Hauptstadt nieder. Ebenfalls beliebt ist die Provinz Antwerpen, während die Provinzen Namur und Luxemburg am wenigsten nachgefragt sind.

Im Jahr 2024 verließen zudem 91.866 Ausländer Belgien. Auch diese Zahl blieb insgesamt stabil. Betrachtet man jedoch ausschließlich EU-Bürger, zeigt sich ein neuer Höchststand: 61.338 Bürger aus anderen EU-Staaten wanderten aus Belgien ab – so viele wie noch nie seit Beginn der Erfassung. Die größten Gruppen stellten dabei Rumänen (15.414), Franzosen (10.442) und Niederländer (6.256). Nach Einschätzung der Migrationsstelle Myria lässt sich dieser Rekord nicht mit einer einzelnen Ursache erklären. Die Auswanderung von EU-Bürgern sei ein komplexes Phänomen, das von den Mobilitätsstrategien der jeweiligen Nationalitäten abhänge und eng mit den ursprünglichen Gründen für ihre Einwanderung zusammenhänge, hieß es.

Außerdem wurden im Jahr 2024 insgesamt 139.406 erste Aufenthaltstitel an im Ausland geborene Personen ausgestellt. Das sind 17 Prozent weniger als im Jahr 2022. Grund dafür ist vor allem der deutliche Rückgang ukrainischer Kriegsflüchtlinge. Bei EU-Bürgern sind Arbeit, Familiennachzug und Studium die häufigsten Gründe für einen Umzug nach Belgien. Bei Staatsangehörigen aus Nicht-EU-Ländern steht der Familiennachzug an erster Stelle, gefolgt von internationalem oder vorübergehendem Schutz, Studium und Arbeit.

Zum 1. Januar 2025 lebten offiziell 11.825.551 Menschen in Belgien. Davon besaßen 1.634.924 keine belgische Staatsangehörigkeit. Von den belgischen Staatsbürgern haben rund 2,62 Millionen ausländische Wurzeln. Das entspricht 22 Prozent der Gesamtbevölkerung. (belga/sc)

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