„Endspiel“ gegen Spanien: Tüftler Rangnick gefordert

<p>Ralf Rangnick</p>
Ralf Rangnick | Foto: Photo News

Die Geburtstagsüberraschung seiner Mannschaft genoss Ralf Rangnick sichtlich. Mit breitem Grinsen nahm Österreichs deutscher Teamchef an seinem 68. Ehrentag die Torte von Kapitän David Alaba entgegen und pustete die darauf befindliche Kerze aus. Viel Zeit zum Feiern blieb Rangnick aber nicht: Für eine Chance im WM-“Endspiel“ gegen Europameister Spanien machte sich der „Professor“ sofort wieder an die Arbeit.

Denn Tüftler Rangnick weiß: Sollte er seiner Mannschaft für die extrem knifflige Aufgabe am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ) in Los Angeles keine Lösung präsentieren, ist der österreichische WM-Traum geplatzt. Vor allem Dribbelkünstler Lamine Yamal bereitet Rangnick vor dem Sechzehntelfinale Kopfzerbrechen.

Der 18-Jährige vom FC Barcelona, schwärmte Rangnick in den USA, sei schon jetzt ein „absoluter Topstar“ und könne sich, wenn er gesund bleibe und die Bodenhaftung nicht verliere, „irgendwann auf einem ähnlichen Niveau befinden, auf dem sich Lionel Messi befindet.“ Den argentinischen Weltmeister konnte Rangnick mit seinen Österreichern im Gruppenspiel (0:2) nicht stoppen - läuft es gegen dessen designierten Nachfolger und die Furia Roja nun besser?

Dafür muss alles passen. Rangnick weiß um die Schwere der Aufgabe. „Das ist das nächste Endspiel“, betonte der Teamchef, es brauche eine Leistung im „obersten Level“, um in diesem Spiel eine Chance zu haben.“ Doch nach dem aberwitzigen Gruppenfinale gegen Algerien (3:3) ist die Lust auf das Highlightspiel und den Einzug ins Achtelfinale groß.

Schließlich waren die Österreicher quasi schon ausgeschieden, als Algeriens Riyad Mahrez die ÖFB-Auswahl trotz eines gefühlten Nichtangriffspakts in der Schlussphase ins Mark traf (90.+3). Doch in einer dramatischen Wendung rettete der frühere Stuttgarter Sasa Kalajdzic die Alpenrepublik mit seinem Ausgleich (90.+6) in die K.o.-Runde. Hitchcock, sagte Rangnick, hätte dieses „Drama“ nicht besser verfassen können.

Die Österreicher sind nochmal mit einem „Blauen Auge“ (Kronen Zeitung) davon gekommen, bei ihrer ersten WM seit 28 Jahren bekam die ÖFB-Auswahl eine zweite Chance - und diese wollen Rangnick und Co. im gigantischen SoFi Stadium nutzen. „Dieses Spiel kann uns noch einmal richtig zusätzliche Energie geben“, sagte Rangnick.

Und auch das Klima soll bei der Überraschung helfen. Die schwüle Hitze in Kansas City hatte den Österreichern gegen Algerien zugesetzt, in Los Angeles herrschen ähnliche klimatische Bedingungen wie im Teamquartier in Santa Barbara nur rund 150 Kilometer nordwestlich. „Darüber bin ich nicht böse“, sagte Rangnick. Druck spürt der Teamchef nicht. „In diesem Spiel“, betonte Rangnick, „können wir tatsächlich nur gewinnen.“ (sid/tf)

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