Sommerschlussverkauf ist in Belgien gestartet: Händler hoffen auf Kauflaune

<p>Der Sommerschlussverkauf ist hierzulande mit Rabatten von bis zu 30 Prozent gestartet.</p>
Der Sommerschlussverkauf ist hierzulande mit Rabatten von bis zu 30 Prozent gestartet. | Foto: belga

Nach Angaben der Händler befinden sich derzeit noch rund 20 bis 40 Prozent der Sommerkollektionen in den Regalen. Zum Auftakt der Schlussverkaufsperiode gewähren die meisten Geschäfte Preisnachlässe von bis zu 30 Prozent. Der Modehandel blickt auf schwierige Wochen zurück. Die hochsommerlichen Temperaturen hielten viele Kunden von den Einkaufsstraßen fern. Wer dennoch shoppen wollte, zog häufig klimatisierte Einkaufszentren den oftmals nicht klimatisierten Innenstadtgeschäften vor.

Auch eine Umfrage der Branchenverbände Mode Unie und Unizo zeichnet ein ernüchterndes Bild. Demnach gingen die Umsätze der unabhängigen Modegeschäfte in Flandern im Frühjahr durchschnittlich um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Drei Viertel der befragten Händler berichteten von stagnierenden oder rückläufigen Verkäufen, lediglich ein Viertel konnte zulegen. Selbst der Onlinehandel der lokalen Modegeschäfte verzeichnete ein Minus von durchschnittlich 2,5 Prozent. Als Ursachen nennen die Verbände die anhaltenden geopolitischen Spannungen, das gesunkene Verbrauchervertrauen und den starken Preisdruck durch chinesische Online-Plattformen. „Die zahlreichen Krisenmeldungen über steigende Öl- und Verbraucherpreise sowie die Aussicht auf langwierige internationale Konflikte haben vielen Belgiern die Lust auf den Kauf neuer Kleidung, Schuhe oder Dessous genommen“, erklärt Mode-Unie-Direktorin Isolde Delanghe.

Vor diesem Hintergrund gehen viele Händler inzwischen vorsichtiger mit Preisnachlässen um. Kombinationsangebote starten später, Rabatte werden gezielter eingesetzt. So wollen die Geschäfte ihre Gewinnspannen angesichts der gestiegenen Kosten nach mehreren Indexanpassungen besser schützen. „Der Wettlauf nach unten, immer der günstigste Anbieter sein zu wollen, scheint dadurch etwas gebremst zu werden“, so Delanghe. Trotzdem ruhen die Hoffnungen nun auf dem Sommerschlussverkauf. 53 Prozent der befragten Händler rechnen mit einem ähnlichen Umsatz wie im vergangenen Jahr, 36 Prozent erwarten einen weiteren Rückgang und lediglich elf Prozent hoffen auf bessere Geschäfte.

Urteil vom Staatsrat lässt aufhorchen.

Für Diskussionen sorgt unterdessen ein Urteil des Staatsrates. Demnach darf der Begriff „Schlussverkauf“ (Französisch: „Soldes“/Niederländisch: „Solden“) künftig auch außerhalb der gesetzlich festgelegten Verkaufszeiträume im Januar und Juli verwendet werden. Viele Einzelhändler befürchten dadurch eine Verwässerung des traditionellen Schlussverkaufs und fordern eine Anpassung der gesetzlichen Regelung. Das föderale Wirtschaftsministerium kündigte jedoch an, seine Kontrollen fortzusetzen. Auch wenn die Verwendung des Begriffs „Schlussverkauf“ derzeit keine Priorität mehr habe, würden Vorschriften zur Preisauszeichnung, zu Referenzpreisen, irreführenden Preisangaben, Sperrfristen und Verkäufen unter Einstandspreis weiterhin überprüft. (belga/calü)

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