Polizei gründet Spezialeinheit gegen Phishing

<p>Phishing-Betrug nimmt in Belgien weiter zu: Die Föderalpolizei reagiert darauf mit einer neuen Spezialeinheit, die kriminelle Netzwerke und ihre Betrugsmaschen besser identifizieren soll.</p>
Phishing-Betrug nimmt in Belgien weiter zu: Die Föderalpolizei reagiert darauf mit einer neuen Spezialeinheit, die kriminelle Netzwerke und ihre Betrugsmaschen besser identifizieren soll. | Illustration: picture alliance/dpa

Ziel ist es, organisierte Tätergruppen besser zu identifizieren und ihre Vorgehensweise systematisch zu analysieren. Das kündigte Generalkommissar Eric Snoeck in den Zeitungen der Sudinfo-Gruppe an.

Der Handlungsbedarf ist groß: Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 11.292 Anzeigen wegen Phishing. Das sind rund 30 Prozent mehr als 2024, als noch 8.662 Fälle erfasst wurden. Die neue Einheit wird innerhalb der Föderalen Kriminalpolizei angesiedelt. Sie übernimmt jedoch keine eigenen Ermittlungen. Stattdessen soll sie Informationen aus laufenden Verfahren im ganzen Land bündeln, auswerten und Verbindungen zwischen einzelnen Fällen herstellen, die bislang unabhängig voneinander erschienen. Durch die Zusammenführung der Daten sollen kriminelle Netzwerke gezielter bekämpft werden. Nach Angaben von Eric Snoeck besteht das Ziel darin, nicht nur einzelne Täter zu identifizieren, sondern die Organisatoren groß angelegter Betrugskampagnen aufzuspüren. Dabei greift die Spezialeinheit unter anderem auf die Plattform Phishnet zurück. Sie ermöglicht es, ähnliche Betrugsfälle miteinander zu verknüpfen und wiederkehrende Vorgehensweisen zu erkennen. Darüber hinaus arbeitet die Einheit eng mit Europol, dem belgischen Zentrum für Cybersicherheit (CCB), Banken und weiteren Partnern zusammen. Da viele Phishing-Kampagnen grenzüberschreitend organisiert werden, soll der schnelle Informationsaustausch die Bekämpfung der Cyberkriminalität deutlich verbessern.

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