5:1 gegen Neuseeland: Belgien stürmt als Gruppensieger in die K.o.-Runde

<p>Leandro Trossard traf doppelt gegen Neuseeland.</p>
Leandro Trossard traf doppelt gegen Neuseeland. | Foto: Photo News

Nach dem Sieg gegen Neuseeland zeichnet sich aus belgischer Sicht der weitere Weg durch die Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada ab: Am Mittwochabend (22 Uhr MESZ) treffen die Roten Teufel im Sechzehntelfinale in Seattle auf den Tabellendritten aus Gruppe A, E, H, I oder J. In einem möglichen Achtelfinale wartet am 7. Juli (2 Uhr) in Seattle ein Duell gegen die USA oder Bosnien-Herzegowina.

Neuseeland - Belgien 1:5

Für die Roten Teufel ging es zuvor am frühen Samstagmorgen um alles oder nichts: Nach zuvor nur zwei Punkten waren sowohl der Gruppensieg als auch ein erneutes Aus in der Vorrunde möglich. Zum „Finale“ gegen Neuseeland nahm der ebenfalls unter Druck stehende Nationaltrainer Rudi Garcia in seiner Startelf einige Änderungen vor: Im Vergleich zum schwachen 0:0 gegen den Iran rückten Castagne und Theate für Meunier sowie den gesperrten Ngoy in die Viererkette. Vor ihnen bildeten Tielemans, der von gefühlt halb Fußball-Belgien geforderte Hans Vanaken, und De Bruyne das Mittelfeld, während auch Flügelspieler Jérémy Doku etwas überraschend von Anfang an spielte. Im Angriff rückte Lukaku nach seinem Einsatz gegen den Iran zurück auf die Bank, für ihn stürmte De Ketelaere.

„Wir müssen offensiver spielen“, erklärte Rudi Garcia auch mit Blick auf das möglicherweise wichtige Torverhältnis – und auf die Statistik: Bis zum Duell mit Neuseeland hatte Belgien in mehr als 400 WM-Minuten keinen eigenen Treffer mehr erzielt und vier WM-Spiele in Folge nicht gewonnen. Und dennoch gingen die Teufel als klarer Favorit in das dritte Spiel gegen den Gruppenletzten. Vor 54.000 Zuschauern spielten sich die Teufel schnell in der Hälfte der „Kiwis“ fest und übernahmen die Kontrolle. Nach ersten guten Ansätzen und Kombinationen hatte Trossard in der 11. Minute die Riesenchance zum frühen Führungstreffer für Belgien – er traf den rechten Pfosten, ehe Bindon auf der Linie klärte und das 0:1 um Zentimeter verhinderte. Auch im Anschluss hielt die belgische Offensive den Druck, unter anderem mit einem Distanzschuss von De Bruyne, hoch.

<p>Hans Vanaken rückte gegen Neuseeland in das belgische Mittelfeld.</p>
Hans Vanaken rückte gegen Neuseeland in das belgische Mittelfeld. | Foto: belga

Einzig ein Tor fehlte in der guten Anfangsphase des WM-Dritten von 2018 – auch nach 20 Minuten: Nach einem Abschluss von Trossard sprang der Ball an den Arm von Verteidiger Surman. Schiedsrichter Adham Makhadmeh aus Jordanien zeigte zunächst auf den Elfmeterpunkt, nahm seine Entscheidung nach einem VAR-Eingriff jedoch wieder zurück.

Im dritten Anlauf war der enorm auffällige Trossard dann aber erfolgreich: Nach einer von Neuseeland schlecht verteidigten Ecke staubte der Offensivspieler aus kurzer Distanz zum 1:0 ab – die überfällige und hochverdiente Führung für Belgien. War damit der Knoten endlich geplatzt?

<p>Leandro Trossard besorgte den belgischen Führungstreffer.</p>
Leandro Trossard besorgte den belgischen Führungstreffer. | Foto: belga

Belgien überließ dem weiterhin ungefährlichen Neuseeland nach dem Tor von Trossard den Ball und die Initiative. Die Viererkette mit Castagne, Mechele, Theate und De Cuyper stand dabei aber gut und ließ zunächst keine Chancen zu – insgesamt war für mehrere Minuten deutlich weniger Tempo im belgischen Spiel. Nach 40 Minuten sorgte Doku mit einem etwas zu hoch angesetzten Schuss wieder für eine Offensivaktion der Teufel, kurz darauf war Courtois erstmals gefordert.

Kurz vor der Pause hatte De Ketelaere die mögliche Vorentscheidung auf dem Fuß, scheiterte im direkten Duell aber an Neuseelands Crocombe – das hätte eigentlich das 2:0 für die Teufel sein müssen (43.). In die Kabine ging Belgien stattdessen nur mit einem 1:0 und musste somit weiterhin aufpassen.

<p>Kevin De Bruyne bereitete den belgischen Führungstreffer vor.</p>
Kevin De Bruyne bereitete den belgischen Führungstreffer vor. | Foto: Photo News

Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel stand die Tür in Richtung K.o.-Runde dann ganz weit offen: Trossard legte nach Vorarbeit von Vanaken den zweiten Treffer für Belgien nach. Für den offenbar nicht ganz fitten Doku, der unter der Woche zur Geburt seines Kindes nach London gereist war, war kurz darauf Schluss: Er wurde durch Fernandez-Pardo ersetzt.

In Vancouver kamen die weiterhin hoch pressenden Teufel durch Theate, De Bruyne sowie Fernandez-Pardo zu weiteren Chancen und machten sich sogar noch Hoffnungen auf den Gruppensieg, für den ein Erfolg mit drei Toren Differenz nötig war. In der Blitztabelle war der Sprung auf Platz eins der Gruppe G nach 67 Minuten tatsächlich geschafft: Nach Vorarbeit von Trossard erzielte der spielfreudige De Bruyne mit seinem 38. Tor im belgischen Trikot das 3:0. Für das Duo war wenig später Feierabend: Onana kam für De Bruyne, Saelemaekers ersetzte Trossard.

<p>De Bruyne krönte einen starken Auftritt mit dem Tor zum 3:0.</p>
De Bruyne krönte einen starken Auftritt mit dem Tor zum 3:0. | Foto: Photo News

In der Schlussphase ging es für Belgien in der Tabelle der Gruppe G auf und ab: Just verkürzte gegen nicht mehr ganz aufmerksame Teufel auf 1:3, ehe der gerade erst eingewechselte Lukaku nach toller Vorarbeit von Raskin nur wenig später per Kopf zum 4:1 traf. In den letzten Sekunden der Partie legte Saelemaekers noch den fünften Treffer der Belgier nach – ein lautes „Uff“ geht durch das Land. Endlich!

Namen & Fakten zum Spiel

Belgien: Courtois - Castagne, Mechele, Theate, De Cuyper - Tielemans, Vanaken, De Bruyne - Trossard, De Ketelaere, Doku

Wechsel: 55. Fernandez-Pardo für Doku, 72. Onana für De Bruyne, 72. Saelemaekers für Trossard, 85. Lukaku für De Ketelaere, 85. Raskin für Tielemans

Neuseeland: Crocombe - Payne, Surman, Bindon, Cacace - Stamenic, Bell - Thomas, Singh, Just - Wood

Wechsel: 45. Randall für Singh, 45. Old für Thomas, 64. McCowatt für Bell, 64. Boxall für Payne

Tore: 0:1 Trossard (28.), 0:2 Trossard (50.), 0:3 De Bruyne (67.), 1:3 Just (84.), 1:4 Lukaku (86.), 1:5 Saelemaekers (95.)

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