Das Jahr 2026 markiert den Beginn von 14 großen Bauprojekten, die auf fünf Gemeinden im Wesertal verteilt sind: Spa, Theux, Pepinster, Limbourg und Verviers. Die verschiedenen Maßnahmen sind unter dem Namen „Rives“ in einem Projekt zusammengefasst. Das Programm wurde in dieser Woche offiziell vorgestellt und soll einen Gesamtüberblick der verschiedenen Vorhaben bieten, die bisher nur als Einzelprojekte in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden.
Über eine Internetplattform werden sämtliche Informationen zentral bereitgestellt. Außerdem können Interessierte mittels einer interaktiven Karte die Fortschritte der Bauarbeiten an den verschiedenen Orten verfolgen. Vor Ort werden die Baustellen durch eine spezielle Beschilderung gekennzeichnet. „Rives“ verfolgt nicht nur das Ziel, umfassend über die Baumaßnahmen zu informieren, sondern langfristig auch das Bewusstsein für Hochwasserrisiken zu stärken. Einige Baustellen sind bereits voll im Gang, andere lassen noch etwas auf sich warten. In Theux, Spa, Pepinster und Limbourg werden Uferbereiche umgestaltet, Schutzbauwerke gesichert und Flussläufe renaturiert. Zu den größten Projekten gehören laut einem Bericht der Tageszeitung „La Meuse“ unter anderem die Umgebung des Warfaaz-Sees in Spa sowie der Raxhon-Staudamm in Theux.

„Diese Bauvorhaben nehmen viel Zeit in Anspruch“, sagt Benjamin Servais von der Entwicklungsagentur SPI. Das Projekt in Limbourg sei beispielsweise in drei Phasen gegliedert. „Zunächst wurde das Viertel Vieux Moulin mit seinen Sozialwohnungen abgerissen. Derzeit legt die Gemeinde den Bach Ruyff wieder offen. Zahlreiche Maßnahmen sollen künftig Überschwemmungen verhindern und dem Ruyff wieder mehr Raum geben. Im September 2027 wird dort eine große Grünfläche angelegt. Bei Hochwasser kann sich das Wasser dann auf dieser Fläche ausbreiten, wodurch seine Fließgeschwindigkeit verringert und ein größerer Teil des Wassers aufgenommen wird“, so Benjamin Servais weiter. In Verviers selbst ist bislang noch keine Baustelle gestartet. „Die Ausschreibung für die Arbeiten im östlichen Abschnitt werden derzeit vorbereitet. Außerdem müssen wir an einigen Stellen noch die Stabilität von Stützmauern überprüfen“, so der Verantwortliche im Gespräch mit „La Meuse“.
Projekte hängen von Ergebnissen der hydraulischen Modellierung ab.
Dieser Abschnitt reiche bis zur Rue Spintay. Von der Rue Spintay bis zum Ortsausgang von Ensival sei die hydraulische Modellierung abgeschlossen. Die Ergebnisse dieser computergestützten Simulation, bei der verschiedene Wetter- und Hochwasserszenarien berechnet werden werden nun der Gemeinde vorgestellt, anschließend können die Bauarbeiten beginnen. Das Ziel ist, nicht einfach alles wie früher aufzubauen, sondern stattdessen Lösungen zu schaffen, die extreme Wetterereignisse künftig besser auffangen können. Eine ähnliche Situation besteht in Eupen. Dort hängen die zukünftigen Projekte ebenfalls von laufenden Studien und der Analyse des Verhaltens der Weser bei Hochwasser ab. Die hydraulischen Modellierungen sind ein wichtiges Instrument, um die wirksamsten Maßnahmen zu bestimmen und das Tal langfristig widerstandsfähiger zu gestalten.
Das Wiederaufbauprogramm für das Wesertal umfasst ein Gesamtvolumen von 453 Millionen Euro. Davon stammen 300 Millionen Euro aus einem Darlehen der Europäischen Investitionsbank. Seit 2021 wurden bereits rund 16 Millionen Euro für Sofortmaßnahmen ausgegeben. Im Dezember 2025 stellte die Wallonische Region zusätzlich 72,9 Millionen Euro bereit, um den Start der großen Bauprojekte zu beschleunigen. Insgesamt investiert die Wallonische Region also fast eine halbe Milliarde Euro in den Hochwasserschutz. Im Mittelpunkt der Projekte stehen Renaturierungen, die Vergrößerung von Überschwemmungsflächen, die Sicherung von Bauwerken und eine moderne hydraulische Planung, um die Auswirkungen zukünftiger Hochwasser deutlich zu verringern. (pf)

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