Dembélé traf jeweils aus ähnlicher Position gegen die nach einer radikalen Rotation fast komplett umgekrempelten Norweger. Es war der zweitfrüheste Dreierpack der WM-Geschichte nach dem Österreicher Ernst Probst 1954, der 24 Minuten benötigt hatte. Auch gelangen Dembélé als erst drittem Franzosen drei Tore in einem WM-Spiel nach Just Fontaine (2x) und Kylian Mbappé, der diesmal als zweimaliger Vorbereiter glänzte.
TheloAasgaard (21.) verkürzte für Norwegen. Jörgen Strand Larsen (50.) scheiterte per Foulelfmeter an Torwart Mike Maignan. Eine Viertelstunde später wurde Dembélé unter Applaus ausgewechselt, Désiré Doué (90.+4) machte den Deckel drauf.
Der Vize-Weltmeister feierte so die zweite makellose Gruppenphase nach dem ersten WM-Triumph 1998 im eigenen Land. Frankreich misst sich nun am Dienstag in East Rutherford mit einem Gruppendritten, Norwegen spielt in Dallas gegen die Elfenbeinküste.
Beide Teams waren zuvor bereits für die K.o.-Runde qualifiziert. Norwegen-Coach Stale Solbakken veränderte seine Startelf deshalb auf gleich zehn Positionen, auch Superstar Haaland musste auf die Bank. Die mitgereisten Fans brachten sich trotzdem mit gemeinsamem „Rudern“ in Stimmung.
Der Schicksalsschlag für Deschamps hatte die Vorfreude auf das Topspiel der Gruppe I getrübt. Assistent Guy Stéphan vertrat den 57-Jährigen an der Seitenlinie, am Samstag soll der Chef zurück sein. „Es ist eine schwierige Zeit für uns“, hatte Mittelfeldspieler Aurélien Tchouaméni gesagt: „Unser Ziel ist es, ihn so stolz wie möglich zu machen.“
Stéphan beließ es bei vier Änderungen und vertraute auf sein magisches Dreieck aus Mbappé, Michael Olise und Dembélé, während sein Gegenüber die Priorität auf die Belastungssteuerung legte. Nur FredrikAursnes blieb aus der Anfangsformation der ersten beiden Spiele übrig.
Mbappé legte gegen die unsortierte norwegische Abwehr beinahe einen Blitzstart hin. Nach 21 Sekunden krachte sein Schuss an die Querlatte. Gegen Dembélé war Keeper Egil Selvik nach einem herausragend schönen Diagonalball von Mbappé machtlos.
Mit dem Tempo der Hochgeschwindigkeitsoffensive kam Norwegen kaum zurecht, doch auch die teils neuformierte Abwehr der Franzosen verteidigte luftig. Es ging Schlag auf Schlag: Erneut auf Vorlage von Mbappé schlug Dembélé zu, diesmal zirkelte der PSG-Star den Ball mit links ins lange Eck.
Frankreich feierte gedanklich wohl noch, da folgte die Antwort. Aasgaard erwischte Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano auf dem falschen Fuß und zog erfolgreich ab. Doch Dembélé war nicht aufzuhalten – und ließ sich nach seinem Schlenzer wieder ins lange Eck feiern.
Kantersieg gegen Irak: Senegal darf aufs Weiterkommen hoffen
Senegal hat seine Pflichtaufgabe bravourös erfüllt – das Weiterkommen bei der WM ist nun ganz nah. Das Team um Topstar Sadio Mané fertigte Außenseiter Irak am Freitag in Toronto zum Abschluss der Vorrunde mit 5:0 (1:0) ab. Mit drei Punkten und einer Tordifferenz von +2 stehen die Westafrikaner davor, als einer der acht besten Gruppendritten das Ticket für das Sechzehntelfinale zu lösen.
Habib Diarra (4.), Ismaila Sarr (56.), Pape Gueye (59./71.) mit zwei traumhaften Fernschüssen und Iliman Ndiaye (82.) trafen für die Mannschaft von Nationaltrainer Pape Thiaw, die die ersten beiden Turnierspiele in der starken Gruppe I gegen Frankreich (1:3) und Norwegen (2:3) verloren hatte. Der Iraker Rebin Sulaka sah wegen einer Notbremse die Rote Karte (13./nach Videobeweis).
Die Löwen von Teranga wollen nach dem Drama um den aberkannten Afrika-Cup-Titel zu Beginn des Jahres nun bei der WM einen ähnlichen Coup wie bei ihrem Debüt 2002 wiederholen, als sie in Japan und Südkorea das Viertelfinale erreicht hatten. Der punktlose Irak ist derweil als Gruppenletzter ausgeschieden. (sid/tf)

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