Mit einem Klassiker über 22,9 km startete die Rallye Akropolis in die erste volle Tagesetappe. Auch in Griechenland ist es heiß. Alle Konkurrenten hatte weiche Reifen aufgezogen, um die sechs rauen Schotterprüfungen, die am Freitag auf dem Programm standen, bestmöglich zu bewältigen.
Auf der WP2 erzielte der Franzose Adrien Fourmaux im Hyundai die Bestzeit, mit 0,1 Sekunden Vorsprung auf seinen ostbelgischen Teamkollegen Thierry Neuville, der sich in der Gesamtwertung an die Spitze setzte. Aber der St.Vither war nicht ganz zufrieden: „Schwierig, einen guten Grip zu finden.” Es gab bereits ein erstes Opfer: Oliver Solberg (Toyota) verlor durch einen Reifenschaden fast anderthalb Minuten. Der WM-Führende Elfyn Evans hatte als Straßenfeger wie erwartet einen schweren Stand und büßte 24 Sekunden ein: „Kompliziert“, räumte der Waliser ein: „Wir tun, was wir können.“
In WP3 war Fourmaux Schnellster und überholte im Klassement Neuville, der erklärte: „Wir haben versucht, den Steinen auf der Bahn auszuweichen“. Ihren Stallgefährten Dani Sordo warf ein Platter zurück. Pech dann für Fourmaux: Er erreichte das Ziel der WP4 auf einer Felge. Zeitverlust: 30 Sekunden. Somit schob sich Neuville wieder auf Rang eins vor – dahinter Ogier (+11,0), Jon Armstrong (Ford+21,2) und Fourmaux (+28,3). Evans beendete die erste Schleife auf Position acht (+1:18,60). Neuville bilanzierte: „Mit den harten Reifen war es zum Schluss kompliziert auf diesem Terrain.“
Überraschung und Premiere in WP5: Armstrong kam als Bester durch, vor Ogier und Neuville, der die Führung souverän verteidigte. „Ich bin nicht auf Angriff gefahren, wir waren in der Defensive“, meinte der St.Vither. So schnell kann es gehen: In WP6 beklagte Armstrong einen Reifenschaden und einen Leistungsabfall des Motors. An der Spitze nichts Neues: Neuville („Wir müssen die Reifen schonen“) vor Ogier in der Prüfung und der Gesamtwertung.
Den Freitag schloss Neuville an der Spitze ab, vor Ogier (+9,7), Fourmaux (+42,7), Josh McErlean (Ford+1:10,10), Takamoto Katsuta (Toyota+1:33,20) und Evans (+2:08,40). Der Ex-Weltmeister war natürlich zufrieden: „Sympathisch, die Rallye anzuführen. Wir hatten insgesamt einen guten Rhythmus drauf. Aber noch ist nichts entschieden. Dieser WM-Lauf ist noch lang bis Sonntag.“ Die schwarze Serie ging derweil für Solberg mit einem Ausrutscher weiter. (hs)

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