Das diesjährige Motto lautet „Cultive ton flow“. „Die jungen Leute verstehen sofort, was mit diesem Satz gemeint ist, für die Älteren ist es etwas komplizierter... Der Flow bezieht sich auf das Tempo, auf die Art und Weise, wie ein Rapper seine Worte setzt. Es geht also darum, seinen Weg, seinen Stil, seine eigene Handschrift zu finden – seinen Platz in der Welt der Land- und Forstwirtschaft“, erklärte Jean-François Piérard, Präsident von Messeorganisator Libramont Coopéralia, am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz zur diesjährigen Programmvorstellung.
Einige Eindrücke von der Messe im vergangenen Jahr:
Der Fokus auf die Jugend kommt nicht von ungefähr. Die landwirtschaftlichen Ausbildungen und Berufe würden bei jungen Menschen an Attraktivität verlieren. Gleichzeitig werde die Frage der Betriebsübergabe immer drängender: Viele Landwirte werden älter, während junge Menschen, die in den Beruf einsteigen möchten, mit zahlreichen Hürden konfrontiert sind. Auch Landwirtinnen sollen bei der diesjährigen Ausgabe besonders gewürdigt werden. Unter anderem ist erneut die Wahl der Landwirtin des Jahres vorgesehen. Hintergrund ist, dass 2026 zum internationalen Jahr der Landwirtinnen erklärt wurde.
Das 100-jährige Bestehen der Messe zieht sich als roter Faden durch das Programm. Bei der Eröffnung am Freitag soll auf ein Jahrhundert Messegeschichte zurückgeblickt werden. Am Sonntag steht erneut das Ardenner Kaltblut im Mittelpunkt – jene Pferderasse, deren Züchter 1926 die Messe ins Leben gerufen hatten. Am Montag, 27. Juli, werden in Libramont zudem 250 Führungskräfte aus der Agrar- und Lebensmittelbranche zu einem Wirtschaftslunch erwartet, an dem auch Premierminister Bart De Wever (N-VA) teilnehmen soll. Zum Jubiläum wird außerdem symbolisch ein Pils mit dem Namen „La 26“ vorgestellt. Es wird von der luxemburgischen Brauerei Battin aus ausschließlich belgischer Gerste gebraut.
Das Interesse an der Messe ist groß: Mehr als 720 Aussteller haben ihre Teilnahme bereits bestätigt. Das Messegelände sei nach Angaben der stellvertretenden Generaldirektorin Caroline Willems schon zu 98 Prozent ausgelastet. Wie in den Vorjahren sollen verschiedene Themenbereiche und Rundgänge den Besuchern helfen, sich auf dem weitläufigen Gelände und in den Messehallen zurechtzufinden. Auf dem Programm stehen unter anderem Tier-, Pferde- und Maschinenwettbewerbe, Konferenzen sowie Pferdeshows.
Alle zwei Jahre wird die Messe von den Forstdemonstrationstagen „Demo Forest“ ergänzt. Auch in diesem Jahr finden sie im Anschluss an die Messe, am 28. und 29. Juli, im Wald von Auby in der Gemeinde Bertrix statt. Die 23. Ausgabe erstreckt sich über eine 4,5 Kilometer lange Strecke und zählt mehr als 170 Aussteller.
Nach Angaben der Organisatoren ist die Landwirtschaftsmesse von Libramont die größte Freiluft-Landwirtschaftsmesse Europas. Jährlich zieht sie rund 200.000 Besucher an – darunter auch zahlreiche Ostbelgier. Bei „Demo Forest“ kommen zusätzlich mehrere Zehntausend Besucher hinzu. (belga/nico)

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