Lohnschere öffnet sich bereits bei Studentenjobs

<p>Männliche Studenten verdienen in Belgien bereits bei Studentenjobs im Durchschnitt mehr als ihre weiblichen Kolleginnen. Besonders beliebt sind Ferienjobs in der Gastronomie.</p>
Männliche Studenten verdienen in Belgien bereits bei Studentenjobs im Durchschnitt mehr als ihre weiblichen Kolleginnen. Besonders beliebt sind Ferienjobs in der Gastronomie. | Foto: picture alliance/dpa

Im Jahr 2026 lag der durchschnittliche Bruttostundenlohn von Studenten bei 14,20 Euro für Männer und 13,80 Euro für Frauen. Ein Teil dieses Unterschieds lässt sich durch Faktoren wie Alter, Beschäftigungsstatus oder die Wahl der Branche erklären. Doch auch wenn diese Aspekte berücksichtigt werden, bleibt eine statistisch relevante Lohnlücke bestehen.

Bei vergleichbarem Profil verdienen männliche Studenten im Schnitt 14,13 Euro pro Stunde, Studentinnen dagegen lediglich 13,84 Euro. Die bereinigte Differenz beträgt damit 29 Cent pro Stunde. Nach Angaben von Securex hat sich diese Kluft in den vergangenen Jahren sogar vergrößert. Während sie 2024 noch bei 21 Cent lag, stieg sie 2025 auf 26 Cent und erreicht nun 29 Cent.

Umgerechnet auf einen typischen Sommerjob mit rund 150 Arbeitsstunden entspricht dies einem Unterschied von knapp 44 Euro brutto. Wer das maximale Jahreskontingent von derzeit 650 Stunden ausschöpft, kommt auf eine Differenz von etwa 190 Euro brutto.

„Diese Analyse zeigt, dass die Lohnschere in Wirklichkeit sehr früh beginnt“, erklärt Joëlle Boutefeu, Senior HR Consultant bei Securex. „Bei Studentenjobs spielen Faktoren wie Betriebszugehörigkeit, Karriereperspektiven oder Teilzeitarbeit noch keine Rolle. Dennoch stellen wir bereits einen signifikanten Unterschied fest.“

Allerdings variiert die Situation stark von Branche zu Branche. Im unabhängigen Einzelhandel, in Kaufhäusern oder im Lebensmitteleinzelhandel, wo Studenten häufig ähnliche Aufgaben übernehmen, konnte Securex keine nennenswerten Lohnunterschiede feststellen.

Anders sieht es in Bereichen aus, in denen die Tätigkeiten vielfältiger sind. Besonders groß ist die Kluft bei den Beschäftigten der Paritätischen Kommission 200, der größten Angestelltenkommission Belgiens. Dort verdienen männliche Studentenjobber durchschnittlich 14,71 Euro pro Stunde, während ihre weiblichen Kolleginnen auf 13,89 Euro kommen. Der bereinigte Unterschied stieg dort innerhalb von zwei Jahren von 31 auf 82 Cent pro Stunde.

Erstmals registrierte Securex 2026 zudem auch im Horeca-Sektor eine statistisch relevante Lohnlücke. In Restaurants, Cafés und Hotels erhalten männliche Studenten im Durchschnitt 15,43 Euro pro Stunde, Studentinnen dagegen 15,32 Euro. (belga/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment