Die Arbeiten zur Elektrifizierung der Strecke sind noch nicht vollständig abgeschlossen, weshalb die meisten Lokomotiven dort erst in einigen Monaten regulär mit Strom unterwegs sein werden. Dennoch sprach Infrabel-Chef Benoît Gilson von der „letzten Etappe eines strategisch wichtigen Bahnprojekts“.
Die rund fünf Kilometer lange Strecke verbindet das intermodale Terminal Combinant im Herzen des Antwerpener Hafens mit dem übrigen Schienennetz. Dort werden Waren zwischen Zügen und Lastwagen umgeschlagen. Bislang wurden die Gleise überwiegend von Diesellokomotiven bedient.
Gemeinsam mit dem Chemiekonzern BASF investierte Infrabel rund 30 Millionen Euro in die Elektrifizierung. „Wir stärken eine lebenswichtige Achse für den Hafen von Antwerpen und für unsere Wirtschaft“, sagte Gilson. Neben einer höheren Kapazität und Zuverlässigkeit des Schienennetzes bringe das Projekt auch konkrete Zeitgewinne mit sich. Pro Güterzug könnten künftig bis zu zwei Stunden eingespart werden.
Für BASF spielt die Strecke eine zentrale Rolle bei der Versorgung des Werksgeländes in Antwerpen. Viele Vorprodukte erreichen den Standort per Schiff und werden anschließend per Bahn oder Lastwagen weitertransportiert. Künftig soll der Güterverkehr verstärkt elektrisch abgewickelt werden.
„Diese Investition stärkt die Bedeutung des Terminals als strategisches Bindeglied im Hafengebiet und unterstreicht zugleich unseren Anspruch, nachhaltiger zu wirtschaften“, erklärte BASF-Antwerpen-Chef Jan Remeysen.
Über die Bahnlinie 11 werden jedes Jahr zwischen acht und neun Millionen Tonnen Güter transportiert. Das entspricht etwa einem Viertel des gesamten Schienengüterverkehrs von und zum Hafen Antwerpen. (belga/calü)

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