Belgien testet unsichtbare Technologie für das Recycling von Chipstüten

<p>Belgien testet unsichtbare Technologie für das Recycling von Chipstüten</p>
Foto: belga

Das teilte die Organisation Fost Plus, die in Belgien für die Sammlung und das Recycling von Haushaltsverpackungen zuständig ist, am Donnerstag mit. Ziel des Projekts ist es, Chipstüten und andere Snackverpackungen künftig so zu sortieren, dass sie erneut für Lebensmittelverpackungen verwendet werden können.

Herzstück des Systems ist ein kaum wahrnehmbares Wasserzeichen, das in den Kunststoff eingearbeitet wird. „Es ist mit einem QR-Code vergleichbar“, erklärt Philippe Gendebien von Fost Plus. „Es enthält Informationen darüber, was sich ursprünglich in der Verpackung befunden hat.“

Gelangt eine Verpackung über den PMD-Sack in ein Sortierzentrum, können Kameras auf den Förderbändern diesen Code auslesen und den Kunststoff automatisch dem richtigen Materialstrom zuordnen. Dadurch lässt sich zwischen Verpackungen für Lebensmittel und solchen für andere Produkte unterscheiden.

Diese Trennung ist entscheidend, da für den Einsatz von recyceltem Kunststoff bei Lebensmittelverpackungen besonders strenge Sicherheitsvorschriften gelten. Nur wenn die Herkunft des Materials eindeutig nachgewiesen werden kann, darf es erneut mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.

Für den Test arbeitet Fost Plus mit mehreren internationalen Lebensmittelkonzernen zusammen, darunter Mondelez, Ferrero und PepsiCo. Sollte das Pilotprojekt erfolgreich verlaufen, könnte die Technologie dazu beitragen, die europäischen Vorgaben für nachhaltigere Verpackungen zu erfüllen und gleichzeitig die belgische Recyclingindustrie zu stärken.

Hintergrund ist die neue europäische Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR). Sie schreibt vor, dass Kunststoffverpackungen für Lebensmittel ab 2030 mindestens zehn Prozent recyceltes Material enthalten müssen. (belga/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment