„Die Bilder, die uns aus Venezuela erreichen, sind herzzerreißend“, schrieb Prévot am Donnerstag auf der Plattform X. „Meine Gedanken sind bei der venezolanischen Bevölkerung und bei allen Menschen, die auf Nachrichten von einem Angehörigen warten.“
Am Mittwochabend erschütterten innerhalb von nur 39 Sekunden zwei starke Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 das Land. Besonders betroffen ist der Bundesstaat La Guaira an der Karibikküste, den die venezolanische Regierung inzwischen zum Katastrophengebiet erklärt hat. Zahlreiche Gebäude stürzten ein, der internationale Flughafen von Caracas wurde wegen Schäden geschlossen und der Bahnverkehr im gesamten Land eingestellt. Rettungskräfte suchen weiterhin nach Verschütteten, während die Behörden bereits mehr als 20 Nachbeben registriert haben.
Nach Angaben von Prévot verfolgt Belgien die Entwicklung „sehr aufmerksam“. Das Krisenzentrum des föderalen Außenministeriums sei mobilisiert worden, zudem stehe die belgische Botschaft in Bogotá, die auch für Venezuela zuständig ist, bereit, Landsleuten in Not zu helfen.
Der Außenminister rief Belgier in den betroffenen Regionen dazu auf, ihre Reisedaten über die Plattform „Travellers Online“ zu registrieren. Dadurch könne das Außenministerium Reisende im Falle von Naturkatastrophen oder anderen Krisensituationen schneller kontaktieren und unterstützen.
Belgien sei außerdem „bereit zu helfen“, falls der Europäische Katastrophenschutzmechanismus aktiviert werde, betonte Prévot. Über dieses Instrument koordinieren die Mitgliedstaaten der Europäischen Union gegenseitige Hilfe bei größeren Katastrophen.
Auch die internationale Gemeinschaft reagierte rasch. Die Vereinigten Staaten kündigten Such- und Rettungsteams sowie humanitäre und medizinische Hilfe an. Mehrere Länder in Lateinamerika, darunter El Salvador, Brasilien und die Dominikanische Republik, sagten ebenfalls Unterstützung zu.
Die venezolanische Regierung warnte unterdessen vor weiteren Nachbeben und rief die Bevölkerung dazu auf, beschädigte Gebäude zu meiden. Schulen bleiben vorerst geschlossen, zudem wurde die Gasversorgung in einigen Regionen unterbrochen, um Explosionen zu verhindern. (belga/dpa/calü)

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