Ärzte sollen bald Kultur und Sport verschreiben können

<p>In der Wallonie soll eine neue Plattform Gesundheitsdienstleistern ermöglichen, Patienten Kultur- oder Sportveranstaltungen zu verschreiben.</p>
In der Wallonie soll eine neue Plattform Gesundheitsdienstleistern ermöglichen, Patienten Kultur- oder Sportveranstaltungen zu verschreiben. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Über die Plattform „Prescrivity“ sollen Gesundheitsdienstleister mit Likiv-Nummer (Landesamt für Kranken- und Invalidenversicherung) eine Aktivität auswählen und ihren Patienten verschreiben können. Für die Patienten ist der Eintritt kostenlos. Lediglich eine Nutzungsgebühr von 1,50 Euro für die Plattform fällt an. Bei den Plätzen handelt es sich nach Angaben der Initiatoren oft um Tickets, die sonst nicht vergeben worden wären, oder die eigens zur Verfügung gestellt werden.

Der Begriff „Verschreibung“ bedeutet allerdings nicht, dass eine Erstattung durch die Krankenkasse vorgesehen ist. Das Projekt stützt sich auf private Partner. Man wolle nicht in bestehende politische Maßnahmen eingreifen, sondern einen zusätzlichen Beitrag leisten, erklären Gardier und Janssen. Sie verweisen dabei darauf, dass 13 Prozent der belgischen Bevölkerung regelmäßig Antidepressiva einnehmen.

Mehrere Partner unterstützen bereits die Finanzierung des Projekts. Für das Jahresbudget wird nach Angaben der beiden Abgeordneten noch ein weiterer Partner gesucht.

Ähnliche Initiativen gibt es bereits auf kleinerer Ebene, etwa Museumsverschreibungen in Brüssel. In der Wallonie soll die Plattform jedoch ein breites Angebot bündeln – von Kultur bis Sport. Jeder Patient sei anders und habe eigene Interessen, so die Initiatoren. (belga/rt)

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