Viele Tote bei israelischen Luftangriffen im Libanon

<p>Nach einem israelischen Militärschlag im Südlibanon steigt Rauch in den Himmel auf – aufgenommen vom Norden Israels aus.</p>
Nach einem israelischen Militärschlag im Südlibanon steigt Rauch in den Himmel auf – aufgenommen vom Norden Israels aus. | Foto: Leo Correa/AP/dpa

Trotz einer vereinbarten Waffenruhe berichten libanesische Medien über zahlreiche israelische Luftangriffe mit vielen Toten. Der libanesische Zivilschutz teilte mit, dass allein in der Stadt Nabatija 16 Leichen geborgen worden seien.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur NNA wurden bei Angriffen von Kampfflugzeugen auf die Stadt Arabsalim im Raum Nabatija drei Menschen getötet. Eine weitere Frau sei im Gebiet Tyros bei einem Angriff ums Leben gekommen. Zudem habe das israelische Militär die Stadt Nabatija und deren Vororte beschossen.

Nach Angaben der libanesischen Armee starb ein Militärangehöriger bei einem Luftangriff auf der Straße zwischen Kfar Remaneh und Nabatija. Die Armee warf Israel vor, mit ihren Angriffen jede Lösung zu verhindern, die eine Wiederherstellung von Stabilität im Libanon ermöglichen würde.

Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Die israelische Armee hat sich bisher nicht geäußert.

Nach Angaben eines US-Regierungsmitarbeiters gilt eigentlich seit Freitag 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr/MESZ) eine Waffenruhe. Diese wurde bereits wenige Minuten nach Inkrafttreten mehrfach gebrochen.

Israels Armeesprecher Effie Defrin sagte laut der Tageszeitung „The Times of Israel“, die Truppen hätten trotz der Waffenruhe mit der Hisbollah „volle Handlungsfreiheit“, um in jedem Gebiet gegen jede Bedrohung vorzugehen. Es gebe keine Einschränkungen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor erklärt, Israel werde keine Angriffe auf seine Soldaten oder sein Territorium dulden.

Die militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hisbollah belastet die Verhandlungen zwischen der US-Regierung und dem Iran. Ein bilaterales Rahmenabkommen sieht eigentlich eine Waffenruhe an allen Fronten vor – also auch im Libanon vor. (dpa/rt)

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