Der Ecolo-Abgeordnete Freddy Mockel, der den Bezirk Verviers vertritt, begrüßte die Unterstützung des Parlaments. Ein großer Teil der geplanten Infrastruktur könnte in dieser Region entstehen. „Es ist auch eine Chance für unsere Forschungszentren, unsere Universitäten, unsere Arbeiterinnen und Arbeiter und unsere Unternehmen. Sie können erstklassiges Fachwissen erwerben und einbringen“, betonte Freddy Mockel.
Die Wallonie plant, sich mit 200 Millionen Euro an dem Projekt zu beteiligen. Im Vergleich zu den Beiträgen anderer Partnerregionen ist dies zwar weniger, angesichts der angespannten Haushaltslage aber dennoch eine bedeutende Summe. Hinzu kommt, dass die Wallonie ihr Gebiet, ihren Untergrund, ihre Infrastruktur und Verwaltungskräfte zur Verfügung stellt. Nach derzeitigen Einschätzungen könnten rund 80 Prozent der Teleskop-Infrastruktur auf und unter dem Gebiet der Gemeinden Welkenraedt, Aubel und Bleyberg liegen.
Mockel wies zudem darauf hin, dass die Wallonische Region und die Deutschsprachige Gemeinschaft bereits erhebliche Anstrengungen unternommen hätten, um die Bewerbung der Euregio nicht zu gefährden. So sei man bei bestimmten Projekten, unter anderem im Bereich der Windkraft, zurückhaltend gewesen, weil diese die strengen seismischen Anforderungen des möglichen Standorts beeinträchtigen könnten. Trotz der einstimmigen Unterstützung äußerte der grüne Abgeordnete Kritik am Inhalt der Resolution. Im Namen der Ecolo-Fraktion bedauerte er, dass zentrale Aspekte wie Umwelt, Beschäftigung, ländlicher Raum und Bürgerbeteiligung im Text des wallonischen Parlaments nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. Gerade diese Themen gehörten zu den regionalen Zuständigkeiten und hätten aus Sicht von Ecolo stärker politisch verankert werden müssen.
Ein Projekt dieser Größenordnung müsse vorbildlich begleitet werden, erklärte Mockel. „Als Abgeordneter für den Bezirk Verviers fühle ich mich von diesem Aspekt der Beteiligung direkt betroffen. Die Bürgerbeteiligung, der Respekt für unsere ländlichen Strukturen und der Respekt der Umwelt sind besonders wichtige Themen. Ein bedeutender Teil der Infrastruktur und der Logistik des Projekts könnte nämlich direkt hier errichtet werden“, sagte er im Plenum.

Parallel zur politischen Unterstützung in der Wallonie stärkt auch die niederländische Provinz Limburg erneut die grenzüberschreitende Zusammenarbeit rund um das Einstein-Teleskop. Sie stellt drei Millionen Euro für Kooperationen zwischen Universitäten in der Grenzregion zu Belgien und Deutschland bereit. Die Mittel fließen in Projekte zu künstlicher Intelligenz und zum Einstein-Teleskop. Für das Teleskop ist insbesondere der Aufbau eines Wissenszentrums vorgesehen.
Beteiligt sind unter anderem die Universität Maastricht, die Open Universiteit in Heerlen, die Université de Liège, die Universiteit Hasselt und die RWTH Aachen. Nach Angaben der Provinz Limburg sollen die Kooperationen dazu beitragen, Hightech-Unternehmen in die Euregio Maas-Rhein zu holen und die Lobbyarbeit für die Ansiedlung des Einstein-Teleskops in der Region zu stärken. Bereits Anfang des Jahres hatte Limburg vier Millionen Euro für ein Expertisecentrum rund um das Einstein-Teleskop bereitgestellt. Dieses soll sich in den kommenden vier Jahren zu einem Spitzeninstitut für die Messung niederfrequenter Gravitationswellen entwickeln.
Die Euregio Maas-Rhein, das Grenzgebiet zwischen Belgien, den Niederlanden und Deutschland, gilt als einer der Kandidaten für den Standort des Einstein-Teleskops. Das endgültige Angebot soll Ende dieses Jahres eingereicht werden. Eine Entscheidung wird Mitte 2027 erwartet. Neben der Euregio bewerben sich auch Sardinien und Sachsen um den Standort.
(red/belga/jj)

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