Kolonialzeit wirkt nach: Kongo fordert menschliche Überreste von Belgien zurück

<p>Symbolbild aus dem AfricaMuseum in Tervuren: Kinshasa fordert die Rückgabe menschlicher Überreste, die während der Kolonialzeit nach Belgien gelangten.</p>
Symbolbild aus dem AfricaMuseum in Tervuren: Kinshasa fordert die Rückgabe menschlicher Überreste, die während der Kolonialzeit nach Belgien gelangten. | Foto: belga

Dem Bericht zufolge wurde der Brief vor zehn Tagen in Kinshasa abgeschickt und von Premierministerin Judith Suminwa Tuluka unterzeichnet. Offiziell soll das Schreiben in Brüssel allerdings noch nicht eingetroffen sein.

In ihrem Brief verweist die Regierungschefin auf die Rückgabe eines Zahns des ersten kongolesischen Premierministers Patrice Lumumba im Jahr 2022. Diese Geste sei ein „wichtiger Akt historischer Anerkennung und des Respekts vor der menschlichen Würde“ gewesen, schreibt Suminwa Tuluka.

Die Frage nach der Rückführung menschlicher Überreste aus der belgischen Kolonialzeit beschäftigt Politik und Wissenschaft seit Jahren. Zahlreiche Schädel und andere sterbliche Überreste werden noch immer am Königlichen Institut für Naturwissenschaften aufbewahrt. Konkrete Schritte zur Rückgabe blieben bislang jedoch aus, da es in Belgien an einer spezifischen gesetzlichen Grundlage fehlt.

An einer solchen Regelung arbeitet derzeit die föderale Ministerin Vanessa Matz (Les Engagés). Sie möchte ein Gesetz auf den Weg bringen, das einen klaren rechtlichen Rahmen für die Rückgabe menschlicher Überreste schaffen soll. Der Entwurf müsse allerdings noch weiter ausgearbeitet werden. Ziel sei es, im Herbst einen entsprechenden Text in die Regierung einzubringen, erklärte ein Sprecher der Ministerin gegenüber „De Morgen“. (belga/calü)

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