Damit erreicht der Anteil russischen Gases den höchsten Stand seit sechs Jahren – und steht im Widerspruch zu den Bemühungen der Europäischen Union, sich schrittweise von russischen Lieferungen zu lösen. Die tatsächliche Abhängigkeit dürfte sogar noch etwas größer sein, da Flüssigerdgas (LNG), das über den französischen Hafen von Dünkirchen nach Belgien gelangt, in den offiziellen Zahlen nicht berücksichtigt wird.
Seit März 2025 gilt in der Europäischen Union bereits ein Verbot für den Transit von russischem Flüssigerdgas. Ab dem 1. Januar 2027 soll schließlich ein vollständiges Importverbot für russisches Gas in Kraft treten.
Allerdings sorgen geopolitische Entwicklungen für zusätzliche Unsicherheiten auf den Energiemärkten. Beschädigungen an Energieinfrastrukturen in Katar infolge des Konflikts im Nahen Osten könnten die Lieferungen aus dem Golfstaat noch über Jahre beeinträchtigen. Experten gehen deshalb davon aus, dass Belgien künftig verstärkt auf LNG-Lieferungen aus den Vereinigten Staaten angewiesen sein wird, wo derzeit neue Exportkapazitäten aufgebaut werden.
Beim belgischen Gasnetzbetreiber Fluxys herrscht unterdessen noch Unklarheit darüber, welche konkreten Auswirkungen das geplante Importverbot für russisches Flüssigerdgas haben wird. „Wir verfügen noch nicht über die endgültigen Texte und verfolgen die Entwicklung deshalb mit Vorsicht“, sagte Unternehmenssprecher Thierry Vervenne gegenüber „De Tijd“. „Wir hoffen allerdings, dass bald Klarheit geschaffen wird.“ (belga/calü)

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