Aussichtsturm von Battice öffnet endlich seine Türen

<p>Der Aussichtsturm wird einen unglaublichen Blick auf das Herver Land bieten.</p>
Der Aussichtsturm wird einen unglaublichen Blick auf das Herver Land bieten. | Foto: Stadt Herve

Das Bauwerk soll künftig nicht nur Besucher anziehen, sondern auch die Erinnerung an die Geschichte des Ortes wachhalten. Die Eröffnung und die wichtigsten Projektdaten wurden öffentlich angekündigt.

Die Baukosten belaufen sich auf 2,7 Millionen Euro.

Seit Jahren wurde in Herve über dieses Projekt gesprochen – selten ohne Kontroversen. Für die einen ist der Turm ein starkes Zeichen zur Aufwertung eines geschichtsträchtigen Standorts, für die anderen ein teures Prestigeprojekt. Fest steht: Mit dem Panoramataurm erhält das Fort von Battice ein neues touristisches und zugleich memoriales Element. Das Ziel der Stadt ist es, das Gelände stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und dessen historisches wie landschaftliches Potenzial besser zu nutzen.

Der finanzielle Umfang des Projekts ist erheblich. Die Baukosten belaufen sich nach Angaben der Tageszeitung „La Meuse“ auf 2.768.721,97 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Unterstützt wurde das Vorhaben durch die Provinz Lüttich mit 247.000 Euro sowie durch den wallonischen Generalkommissariat für Tourismus mit 1.236.000 Euro. Insgesamt flossen damit 1.483.000 Euro an Fördermitteln in das Projekt.

Aus Sicht der Verantwortlichen geht es dabei um weit mehr als nur um einen Aussichtspunkt. Der Turm ist als Instrument gedacht, um die Geschichte des Forts von Battice neu erlebbar zu machen und den Besuch des Geländes um eine zusätzliche Dimension zu erweitern. Gerade an einem Ort, der eng mit der regionalen Erinnerungskultur verbunden ist, soll die neue Infrastruktur Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpfen.

Der Rundgang ist als Erlebnis „in drei Dimensionen“ konzipiert. Beim Aufstieg eröffnen sich den Besuchern nach und nach neue Blickachsen auf den Bunker aus der Zeit 1940–1945, auf das Plateau des Forts sowie auf die umliegende Landschaft des Herver Landes. Mehrere Zwischenstopps und Aussichtsplattformen strukturieren den Weg bis zum höchsten Punkt.

Besonderer Höhepunkt ist der obere Ring in 32,5 Metern Höhe. Von dort bietet sich ein 360-Grad-Panorama über das Plateau von Herve. Didaktische Tafeln und ein Orientierungstisch helfen dabei, Dörfer, markante Landschaftspunkte und andere sichtbare Orte einzuordnen.

Ein Aufzug ermöglicht barrierefreien Zugang.

Auch das Thema Barrierefreiheit wurde nach Angaben der Projektträger von Anfang an berücksichtigt. Ein Aufzug ermöglicht Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zu den beiden Plattformen auf 16 Metern und 32,5 Metern Höhe. Zudem soll das Gelände gesichert werden, um Zutritt und Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit kontrollieren zu können.

Trotz der nun bevorstehenden Eröffnung bleibt die Debatte über Sinn und Kosten des Projekts Teil seiner Geschichte. Kritiker hatten wiederholt bemängelt, dass die Stadt Herve Mittel auch in andere, aus ihrer Sicht dringendere Vorhaben hätte investieren können. Befürworter verweisen dagegen auf die langfristige touristische Ausstrahlung, die Stärkung des lokalen Erbes und die neue Sichtbarkeit eines symbolträchtigen Ortes.

Mit der Einweihung endet also nicht nur eine lange Planungs- und Bauphase. Sie markiert auch den Beginn einer neuen Etappe für das Fort von Battice – als Erinnerungsort, Ausflugsziel und Aussichtspunkt über das Pays de Herve. (red/arco)

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