Die Jünger am Ostermorgen

wir wollen den frauen nicht glauben

sie hätten ihn nicht mehr gesehen

und werden mit verbundenen augen

noch heute nach emmaus gehen

 

genug der irren geschichte

der schreie am schädelort

wir fürchten die pilatus gerichte

des römischen kaisers foltermord

 

immer floss blut wie von schafen

schon der täufer wurde geköpft

lasst uns im ölgarten schlafen

er hat uns zu tode erschöpft

 

blut an den balken den händen

nur wunden wer kann es verstehen

dass sich die zeiten wenden

wir können kein blut mehr sehen

verriegelt die türen die fenster

wir schwören wir kennen ihn nicht

nachts sehn wir immer gespenster

als geistere sein karfreitagsgesicht

 

wir würden es niemals wagen

der grabstein ist viel zu schwer

wir haben ihn nicht weggetragen

wohin auch sein grab war schon leer

 

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