Tod von Jürgen Habermas

Da bleibt einem doch glatt die Spucke weg, wenn man den „Nachruf“ von Guido Scholzen vom 20. März auf Jürgen Habermas liest. Die Bezeichnung „Pamphlet“ wäre wohl angebrachter gewesen. Was für eine Überheblichkeit, ja was für ein Hass sprechen aus diesen Zeilen. Dabei hätte Leserbriefschreiber Scholzen allen Grund, demütig zu sein. Wo sind denn seine eigenen intellektuellen Leistungen? Etwa in seinen Kommentaren unter den GE.net-Artikeln vom 28. Januar „Fusionsenergie in Europa“ und vom 10. März „Studie zeigt rasanten Durchbruch von KI in Flandern“?

Auf kritische Bemerkungen zu seinen Behauptungen dort reagiert er... mit Schweigen. Wer einen der bedeutendsten Geisteswissenschaftler unserer Zeit, dessen Theorien man nicht unbedingt teilen muss, derart abbürstet („Holzkopf“, „Talent hatte Habermas wenig“, „aber viel hochkackigen [sic!] Wortschatz“, „Nichtwissen“) und ihm zum Schluss noch nachruft: „Habermas, hättest du geschwiegen“, der muss es sich gefallen lassen, dass man ihm diesen Satz zurückgibt: „Ach Scholzen, hättest du geschwiegen und wärest Waldarbeiter im Hohen Venn geblieben!“

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