Krise in Nahost belastet auch die Luftrettung

Nach Angaben von Einsatzkoordinator Olivier Pirotte beobachtet die Organisation die Entwicklung mit wachsender Sorge. Zwar sei es noch zu früh, die genauen finanziellen Auswirkungen zu beziffern, doch ein Preisanstieg beim Treibstoff werde erwartet. Kerosin sei der wichtigste Betriebsstoff des CMH und damit ein zentraler Kostenfaktor.

Die Bedeutung des Treibstoffs zeigt sich im täglichen Einsatz: Eine einzelne Mission verbraucht durchschnittlich rund 250 Liter Kerosin. Selbst geringe Preissteigerungen hätten daher unmittelbare Auswirkungen auf das Budget. Bereits in den vergangenen Jahren seien die Kosten deutlich gestiegen – um mehr als 50 Prozent. Kurzfristig verfügt das CMH jedoch noch über eine gewisse Reserve. Der Tank am Standort in Bra-sur-Lienne wurde kurz vor Beginn der aktuellen Krise mit 40.000 Litern aufgefüllt. Diese Vorräte bieten vorübergehend Entlastung, dürften jedoch bei intensiver Nutzung der Hubschrauberflüge innerhalb von etwa zwei Monaten aufgebraucht sein. Insgesamt verbraucht das CMH jährlich rund 175.000 Liter Kerosin. Das entspricht etwa fünf bis sechs Tankfüllungen pro Jahr und verursacht Kosten von rund 175.000 Euro. Der Treibstoff stellt damit einen wesentlichen und nicht reduzierbaren Ausgabenposten dar.

Neben den direkten Kostensteigerungen befürchtet die Organisation auch indirekte Folgen, etwa bei anderen Betriebskosten oder beim geplanten Bau eines neuen Helikopterzentrums. Konkrete Auswirkungen seien derzeit jedoch noch nicht absehbar.

Angesichts dieser Unsicherheiten setzt das CMH weiterhin auf eine vorsichtige Finanzführung. Rücklagen sollen helfen, kurzfristige Krisen zu überbrücken. Gleichzeitig bleibt die Organisation auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen, um ihren Betrieb langfristig aufrechterhalten zu können. (jj)

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