PFAS-Skandal: Prozess gegen 3M mit 1.400 Klägern wird im November fortgesetzt

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Das mediale Interesse an dem Prozess in Antwerpen war groß. | Foto: Photo News

Bereits am Ende des zweiten Verhandlungstags hatte der Richter angedeutet, dass eine Strukturierung der Kläger unumgänglich sei. Zwischen den Anwälten des Chemiekonzerns 3M Belgium und den Rechtsvertretern der Anwohner bestand jedoch Uneinigkeit darüber, wie diese Einteilung konkret aussehen sollte. Nach längerer Diskussion schlug der Richter schließlich selbst eine Dreiteilung vor.

In die erste Kategorie fallen Personen, bei denen unklar ist, ob sie überhaupt klageberechtigt sind. Dazu zählen unter anderem inzwischen verstorbene Anwohner, Minderjährige, die nicht korrekt vertreten werden, sowie juristische Personen.

Die zweite Kategorie umfasst jene Kläger, die im Jahr 2021 – also zum Zeitpunkt der bekannt gewordenen PFAS-Belastung – bis zur Einreichung der Klage 2023 im Umkreis von 15 Kilometern um das 3M-Werk wohnten. Der Richter bat die Anwälte der Anwohner, sofern möglich, Blutwerte der Betroffenen sowie Daten zur Bodenbelastung vorzulegen.

Alle übrigen Kläger, die nicht unter diese beiden Gruppen fallen, werden der dritten Kategorie zugeordnet.

Die nächste Verhandlung ist für den 24. November um 14 Uhr angesetzt. Eine Entscheidung noch vor Jahresende gilt inzwischen als unwahrscheinlich.

Unterdessen brachte Rechtsanwalt Geert Lenssens, einer der Vertreter der Anwohner, eine mögliche Mediation ins Spiel. Der Richter könnte demnach einen oder mehrere Vermittler einsetzen, um eine außergerichtliche Lösung auszuloten. „Ich würde die Anwälte von 3M bitten, darüber nachzudenken“, erklärte Lenssens.

Der Fall gilt als eines der bedeutendsten Umweltverfahren der vergangenen Jahre in Belgien. Die PFAS-Belastung rund um das Werk in Zwijndrecht hatte landesweit für Aufsehen gesorgt und eine Debatte über Umweltstandards und Gesundheitsschutz ausgelöst. (belga/calü)

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