Kabarettist Malzheimer brachte es bereits auf den Punkt: „Früher war nicht alles besser, aber vieles war gut...!“ Ich erwartete ein Päckchen per Einschreiben – das Geld für sichere Verpackung und Gebühr war gezahlt. Doch ich war nicht zu Hause, als der Postbote klingelte. „Früher“ steckte der Briefträger (die Älteren werden sich erinnern...) eine Karte in den Briefkasten, mit Vermerk, dass das Paket am nächsten Tag bei der Post abzuholen sei - eine sinnvolle, nachvollziehbare Aktion - preiswert und effizient. Heute jedoch sind wir digital. Ich erhielt eine Mail mit dem Hinweis, ich sei bei Anlieferung des Päckchens nicht zu Hause gewesen (was ich schon wusste...), verbunden mit der Aufforderung, 1,99 Euro zu überweisen, „um zu vermeiden, dass das Paket an den Absender zurückgesendet würde.“ Motto: „warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht...“ Ich klickte auf einen entsprechenden „Button“ und musste viele Infos eingeben, die mit der Lieferung des Päckchens in keinem Verhältnis standen. Dann sollte ich 1,99 Euro überweisen – mittels Lesegeräts. Beim 1. Versuch blockierte die digitale Spielerei komplett, beim 2. Versuch stand dort, wo ich die Summe (1,99 Euro) eintragen sollte, bereits ein Eintrag: „1756“ (???). Ich brach sofort ab. Nicht genug damit! Ich druckte die E-Mail aus, da ich ja zur Postfiliale gehen muss (mit wenig Hoffnung...). Auf Seite 4 wurde ich mit „mevrouw Van Keulenbroeck“ angeredet und erhielt so (immerhin kostenlos) eine zweite Identität, und „meine Brille läge bereit in der Keerkstraat“ (in einer flämischen Gemeinde...), schön, aber ich habe gar keine Brille bestellt! KI-gestützt stolpert „Homo digitalis“ in eine ungewisse Zukunft; womöglich ist alles nur Blendwerk und Idiotie – unter falschem Namen!
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