Wenn ein Kommentar mit den Worten „Zahlen lügen nicht“ beginnt, lohnt es sich ohne Zweifel, genau hinzusehen. Gewiss dann, wenn eine Reform schon Früchte zu tragen scheint, die noch gar nicht umgesetzt ist. Die von Frau Yerna genannten 35 % sind nämlich fast identisch zu den Zahlen, die es bereits vor der Reform gab. Diese sagen nämlich nichts über die Dauer oder die Art der Arbeit aus. Wer einen Tag gearbeitet hat, gilt hier schon als „Arbeitnehmer“, auch wenn die Arbeit längst wieder weg ist. Damit hätte sich für diese Personen an der Situation ab Januar 2026 nichts geändert.
Die Reform von MR und Les Engagés sieht nämlich vor, dass man zwei Jahre am Stück arbeiten muss, um sich ein Anrecht auf Arbeitslosenunterstützung zu verdienen. Jetzt schon so zu tun, als habe sich die Reform gelohnt, ist politisch motivierte Schönfärberei, ist der Verfasser des Leserbriefs doch Mitglied der für die Reform federführenden Partei MR (PFF). Es freut mich daher sehr, dass Minister Franssen die genannten Zahlen gestern im Parlament der DG ins rechte Licht gerückt hat und ihre objektive Aussagekraft ebenfalls infrage stellte. Wenn das verinnerlicht ist, können die Bemühungen hochgeschraubt werden, Menschen zur Arbeit zu motivieren und ihnen qualitativ hochwertige Arbeitsplätze zugänglich zu machen - auch hier in der DG.
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