Zahlen lügen nicht: Die Aussage der Generaldirektorin des wallonischen Arbeitsamtes (Forem), Raymonde Yerna, dass bereits vor Inkrafttreten der viel gescholtenen Arbeitsmarktreform am 01.01.2026 rund 35 Prozent der Langzeitarbeitslosen einer bezahlten Beschäftigung nachgehen empfinde ich als sehr begrüßenswert. Diese Menschen gehen wieder einem strukturierten Tagesablauf nach. Sie haben mehr Sozialkontakte, sind hoffentlich zufriedener und selbstbewusster. Die zuvor teilweise mehr als ein Jahrzehnt mit öffentlichen Geldern Unterstützten tragen aktiv dazu bei, dass durch ihre Arbeit (und Sozialabgaben) Menschen in Notlagen weiterhin geholfen werden kann. Dass die Arbeitslosenunterstützung künftig zeitlich begrenzt wird, sollte nicht als Tabubruch verschrien werden – im Gegenteil. Das Wissen um die maximal 2 Jahre andauernde Unterstützung kann auch ein Anreiz sein: um z. B. von Arbeitsämtern angebotene Schulungen motiviert anzunehmen, um z. B. erfolgreich in Mangelberufen (z. B. Metzger, Bäcker, Lehrer, Bauingenieur) wieder beruflich durchzustarten. Es ist wichtig, dass die vom liberalen Abgeordneten Ralph Schröder im Beschäftigungsausschuss des Parlaments der DG plakativ genannten „Langzeit-Nicht-Kranke“ eine verpflichtende Alternative zur beinahe lebenslangen Arbeitslosenunterstützung erhalten. Der Staat kann nicht alles leisten. Man muss ihm auch etwas zurückgeben. Oder, wie meine Großeltern sagten: Vom Hände in den Schoß legen tut sich nichts …
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