Als langjähriger Begleiter von Fahrsicherheitstrainings des ADAC habe ich die beiden Beiträge zum Thema Winterreifen mit Interesse gelesen. Die Hinweise von Alain Lamberty, sich gut beraten zu lassen, sind absolut richtig. Dennoch fehlt ein wichtiger Aspekt: das Reifenalter.
Auch ein Reifen mit ausreichendem Profil kann gefährlich werden, wenn er zu alt ist. Das habe ich vor rund 20 Jahren bei unserem ersten Fahrsicherheitstraining auf einem ADAC-Gelände selbst erlebt. Bei einer Übung mussten wir aus höherer Geschwindigkeit im Vollbremsversuch ein plötzlich auftauchendes Wasserhindernis umfahren. Trotz ABS fuhr ich jedoch direkt durch die Wasserfontäne. Selbst der Fahrtrainer konnte mit meinem Auto kein besseres Ergebnis erzielen. Erst beim Blick auf die Reifen wurde klar: Sie waren über acht Jahre alt. Zwar hatten sie noch über 3 mm Profil, waren aber bereits so verhärtet, dass sie auf dem speziellen Belag keinen ausreichenden Grip mehr boten.
Meine Empfehlung: Für Fahrerinnen und Fahrer, die im Jahr nur wenige Kilometer zurücklegen, reichen meines Erachtens Allwetterreifen aus – vorausgesetzt, sie tragen das Schneeflocken-Symbol im Dreieck. Diese sind auch in Deutschland zulässig. Allwetterreifen verschleißen meist schneller als reine Sommerreifen. Das führt aber dazu, dass sie in der Regel nach vier bis fünf Jahren erneuert werden – und damit eher, bevor sie zu alt und hart werden.
Tipp: Auf jedem Reifen steht hinter dem Kürzel „DOT“ die Produktionswoche und das Jahr. Daran erkennt man das Reifenalter. Genau solche Details und vieles mehr, erfährt man auch bei einem Fahrsicherheitstraining – wie das Training, das der Jugendtreff Inside erneut organisiert. Für den Termin am 12. Dezember gibt es noch freie Plätze. Infos unter: jt-inside.be
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