Schieds- und Linienrichter haben bei Spielern, Trainern und Fans oft einen schweren Stand, denn sie machen – wie alle Menschen – Fehler. Jeder Kritiker sollte jedoch selbst mal ein Spiel pfeifen, um zu erfahren, wie schwer es ist, immer richtig zu entscheiden. Die bewusste Benachteiligung einer Mannschaft ist jedoch ein grobes Vergehen. Noch schlimmer ist es, wenn die Spielleiter sich zu verbalen Entgleisungen oder Tätlichkeiten gegen Spieler hinreißen lassen. Zwei deutschsprachige Vereine (FC Olympia Recht, FC Eupen) wurden unlängst Opfer diskriminierender Äußerungen, in Eupen wurde gar ein Spieler getreten. Solchen „Unparteiischen“ müsste seitens der zuständigen Komitees sofort das Handwerk gelegt werden.
Allerdings gehört das Verhalten rund um Fußballspiele insgesamt auf den Prüfstand. Natürlich lebt der Fußball von Emotionen. Diese sollten aber alle Beteiligten, auch die Fans der jeweiligen Mannschaften, im Zaume halten. Ein Fußballspiel ist kein Tummelplatz für unkontrollierte Emotionen und niedere Instinkte. Wenn etwa bei einem Derby zwischen zwei deutschsprachigen Vereinen Schmähgesänge angestimmt werden (z.B. „Gelbe Karte, rote Karte, raus die Sau!“) ist Fremdschämen angesagt. Bei Jugendspielen sollten sich nicht nur Trainer und Betreuer Zurückhaltung üben, sondern auch die Eltern, die beim Anfeuern ihres Nachwuchses oft weit übers Ziel hinausschießen.
Als Jugendtrainer bin immer gut mit den Unparteiischen und den Kollegen anderer Vereine ausgekommen. Nur einmal wurde ich Opfer wüster Beschimpfungen und Beleidigungen seitens eines Trainerkollegen aus … Kelmis. „Ihr Mottesse könnt ja kein Fuseball spielen“, war noch die harmloseste seiner verbalen Entgleisungen, die ich hier nicht alle wortwörtlich wiedergeben will, obschon ich das könnte. Der Kollege hat sich für seine unflätigen Äußerungen nie entschuldigt, obschon sie ihm, wie ich aus sicherer Quelle weiß, im Nachhinein leidgetan haben und er spätestens beim Rückspiel die Gelegenheit gehabt hätte, um Entschuldigung zu bitten. Schade um die vertane Chance.
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