Der Zielsetzungsvertrag der Gemeindeverwaltung zeigt, wie diese ihre Arbeit in den kommenden Jahren ausrichtet, auf Grundlage des Richtlinienprogramms der politischen Mehrheit. Zuerst das Positive: Die Verwaltung macht ihren Job. Sie will Abläufe strukturieren, die Digitalisierung vorantreiben, auf Arbeitgeberattraktivität achten und die Kommunikation verbessern.
Das ist wertvoll und verdient Anerkennung. Doch das eigentliche Problem liegt nicht bei der Verwaltung, sondern bei den politischen Vorgaben. Die großen Fragen, die Eupen bewegen, bleiben unbeantwortet. Wie wird das Zusammenleben gestaltet? Welchen Tourismus wollen wir? Wie können Kultur und Kunst zu einem attraktiven Lebensumfeld beitragen? Wo sind die Ideen für zukunftsfähige Mobilität, wirksamen Klimaschutz, bezahlbaren Wohnraum und sozialen Zusammenhalt?
Genau hier fehlen Stadtrat nach Stadtratssitzung klare Leitlinien. Die stärkste Mehrheitsfraktion hatte im Wahlkampf angekündigt, „Politik zu machen, die keiner bemerkt“. Genau diesen Weg scheint sie sich zu Herzen genommen zu haben – und das ist erschreckend. Denn das bedeutet Stillstand. Stillstand wiederum heißt, dass Eupen den sich rasch verändernden Herausforderungen nur schwer hinterherkommt. Dabei braucht unsere Stadt genau das Gegenteil: ein lebendiges Eupen, das sich den Veränderungen aktiv anpasst, das Perspektiven eröffnet und für die Eupenerinnen und Eupener ein attraktiver Lebensort bleibt. Eupen braucht politische Visionen und mutige Entscheidungen. Wer nur verwaltet, statt zu gestalten, sichert keinen Fortschritt. Eupen verdient Antworten auf die drängenden Herausforderungen – nicht irgendwann, sondern jetzt.
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