Prinz Guillaume von Luxemburg hat am Freitag im Parlament den Eid abgelegt und ist damit offiziell der zehnte Großherzog des Landes. Zuvor hatte sein Vater Henri nach 25 Jahren Regentschaft abgedankt und das Amt an seinen ältesten Sohn übergeben.
Der 43-Jährige, Ehemann der in Belgien geborenen Gräfin Stéphanie Delannoy und Patenonkel von Prinz Emmanuel, trat sein neues Amt mit den Worten an: „Ich werde das Leben meines Volkes leben, von dem ich mich durch keine Barriere trennen lassen will. Ich werde seine Freuden und Leiden teilen.“ Damit zitierte er seine Urgroßmutter, die diesen Satz nach dem Ersten Weltkrieg geprägt hatte.
Der Thronwechsel gilt als großes Ereignis im kleinen Luxemburg. Viele Menschen hatten sich vor dem großherzoglichen Palast in Luxemburg-Stadt versammelt, wo zunächst die Abdankungszeremonie stattfand. Premierminister Luc Frieden sprach von „einem historischen Moment“.
Zahlreiche Staats- und Regierungschefs wohnten der Zeremonie bei, darunter König Philippe, Königin Mathilde und Prinzessin Elisabeth, das niederländische Königspaar Willem-Alexander und Máxima mit ihrer Tochter Catharina-Amalia, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie hochrangige EU-Vertreter.
Nach der Vereidigung zeigte sich Guillaume mit Großherzogin Stéphanie und seiner Familie auf dem Balkon des Palastes. Das Paar hat zwei kleine Söhne. Am Samstag wird das neue Großherzogspaar mehrere Städte des Landes besuchen, darunter Grevenmacher, Wiltz, Steinfort und Dudelange. Den festlichen Abschluss bildet ein symbolträchtiger Auftritt auf der Großherzogin-Charlotte-Brücke in Luxemburg-Stadt, begleitet von einem bunten Tram-Ballett und einer Drohnenshow.
Luxemburg ist das einzige noch heute bestehende Großherzogtum der Welt und zählt rund 670.000 Einwohner. Der luxemburgische Zweig der Dynastie Nassau-Weilburg besteht seit 1890. Guillaume ist der siebte Souverän aus diesem Haus. (belga/dpa/rt)

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