Gemeindefusionen

In der Debatte zur Übertragung der Befugnis, zukünftige Gemeindefusionen zu regeln, fallen mir einige Äußerungen auf. Warum Freddy Cremer, der laut GrenzEcho-Bericht „im Namen der Mehrheit“ spricht und versucht einen Pflock einzuschlagen, indem er prognostiziert, dass wohl in näherer Zukunft bei uns keine Fusionen auf der politischen Agenda stehen, erschließt sich mir nicht. Es ist doch gerade die Regierung, die unsere Zukunft mitgestalten möchte (Ostbelgien leben 2040), und da will man sich einer offenen Diskussion verschließen? Die Hauptmotive für Fusionen sind unter den Experten unbestritten. Da finde ich bei Mechtilde Neuens und Fabienne Colling schon eine differenziertere Haltung, wenngleich ich nicht alle Feststellungen richtig finde und nicht alle Vorschläge teile. Aus meiner Sicht haben sowohl die Regierung als auch die neun Gemeinden die einmalige Chance, für unsere Gemeinschaft ein zukunftsfähiges und mehrstufiges Gesamtkonzept zu entwickeln. Dabei könnten die beiden Städte Eupen und St.Vith die Verwaltungseinheiten sein, ausgestattet mit Befugnissen, die auch von diesen Verwaltungen gemeistert werden können. Darunter gibt es jeweils die Ortsgemeinden, unsere Dörfer und früheren Gemeinden. Diese sollten mit den Aufgaben und Befugnissen ausgestattet sein, die nahe beim Bürger angesiedelt sind und von diesem mitgetragen werden. Darüber gibt es noch die Regierung mit allen gemeinschaftsübergreifenden Aufgaben. Die Wallonie und die DG geben zurzeit viel Geld aus, um die Dorfentwicklung voranzutreiben, und das ist auch gut so. So bleiben die Dörfer hoffentlich auch in Zukunft das Herzstück unseres Zusammenlebens.

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