Personalengpässe im Pflegebereich

Seit mehr als 20 Jahren sprechen wir von einem künftigen Mangel im Pflegebereich. Seit 20 Jahren hat sich in dieser Hinsicht nicht viel getan, und nun befinden wir uns in einer Notlage. Dies ist erst der Anfang, ein Ende ist nicht in Sicht. Hat man uns während der Coronazeit noch lauthals applaudiert und vieles versprochen, fühlt sich das Pflegepersonal total überlastet, ausgenutzt und nicht wertgeschätzt. Das (meist) engagierte Personal tut, was es kann, und die meisten Direktionen unterstützen ihr Personal so gut es geht. Viele Löcher werden mit Interimpersonal gestopft, wobei das Engagement dem Arbeitgeber und den Kollegen gegenüber oftmals fehlt und somit unzufriedenstellende Lösungen darstellt. Viele engagierte Kollegen werden durch diese verfahrene Situation krank. Personalmangel und kranke Kollegen zusätzlich zu ersetzen – ein Teufelskreis. Die Tendenz geht dahin, dass Pflegepersonal seinen Job an den Nagel hängt und sich komplett umorientiert.

Hinzu kommt – und aus diesem Grunde schreibe ich auch diesen Leserbrief –, dass es immer die Basis ist, die sich den Unmut über die Pflegezustände anhören muss. Wütende Angehörige, Bewohner, Patienten, deren Gründe ich oft sehr gut nachvollziehen kann, „furzen“ das Personal an. Das ist echt nicht hilfreich und unterstützend. Dass es Kommunikationsprobleme und Mängel gibt und Verbesserungen nötig sind, ist Fakt. Wenn also jemand in der Pflege etwas zu kritisieren hat, dann bitte so viel Mut haben, die Direktion aufzusuchen – und vor allem sich an die Politiker zu wenden, die dieses Pflegesystem leiten, sprich: die Regierung und das Ministerium –, damit Veränderungen und Verbesserungen endlich geschehen könnten.

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