Mit der Eröffnung eines Zentrums für Schwangerschaftsabbrüche ist auch hierzulande eine „Versorgungslücke“ geschlossen worden. Da dieses heikle und schmerzvolle Thema alle Menschen ungeachtet ihres Geschlechts betrifft, erlaube ich mir Stellung zu beziehen. Schon der Begriff Schwangerschaftsabbruch ist irreführend, da das Embryo und nicht die Schwangerschaft selbst das Ziel der Handlung ist. Er ist eine Verharmlosung, weil die Beendigung einer Schwangerschaft als rein medizinische Angelegenheit und nicht als Tötung menschlichen Lebens dargestellt wird.
Von einer Abtreibung sind zwei menschliche Wesen betroffen. Die Formulierung „ungewollte“ Schwangerschaft beinhaltet, dass der Wille der Frau alleine entscheidet, ohne das Lebensrecht ihres Kindes in Betracht zu ziehen. Für die Mutter kann eine abgebrochene Schwangerschaft wiederholt werden, für das ungeborene Kind ist der „Abbruch“ endgültig und unwiderruflich.
Die Fortschritte in der Embryonenforschung haben nachgewiesen, dass es sich beim Fötus nicht um einen „Zellhaufen“ handelt, wie es von Befürwortern der Abtreibung dargestellt wird. Biologisch betrachtet ist ab dem Zeitpunkt der Befruchtung ein neues, menschliches Individuum entstanden, dessen Potenzial es ist, ein Mensch zu werden.
Das 5. Gebot „Du sollst nicht töten“ ist Teil unserer Erbanlage - auch wenn Menschen immer wieder versuchen, dieses Gebot zu umgehen und zu relativieren, indem sie die Tötung anderer Menschen durch Gesetze legalisieren – etwa im Kriegsfall, bei der Verhängung von Todesurteilen oder bei der Abtreibung.
„Prisma“ leistet bei der Beratung und Betreuung von Frauen bewundernswerte Arbeit. Es bleibt zu hoffen, dass es die vornehme Aufgabe des Vereins bleibt, die Vor- und Nachsorge von Frauen in Not sicherzustellen und nicht das werdende Leben zu entsorgen.
Kommentare
Danke, Marcel, für die ausgewogene Stellungnahme in deinem Leserbrief " Eine Stimme für die Stummen".
Es ist bestimmt kein leichtes Thema, im Gegenteil. Es sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
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