Der Wolf und die Beschwichtigungstaktik

Nach dem Wolfsangriff auf einen Jungen in Utrecht, der auch tödlich hätte enden können, erklärt A. Licoppe vom Netzwerk Wolf, warum so etwas in Belgien nicht passieren kann. Jedes Mal, wenn ein Wolf auffällig wird, bemüht A. Licoppe sich um Schadensbegrenzung durch Beschwichtigungen. Fälle von aggressivem Wolfsverhalten in Ostbelgien und der Wallonie gibt es zuhauf: gerissene Schafe, Kälber, Ponys, sogar Angriffe auf Rinder. In Nidrum drang ein Wolf ungeniert in einen Stall ein und schlug dort zu.

A. Licoppe versucht den Fall Utrecht als Einzelfall herunterzuspielen, so wie er es immer macht, wenn der Wolf sich „nicht artgerecht verhält“. In Wirklichkeit handelt es sich aber nicht um Ausnahmen, sondern um ein Stück der Regel. Der Wolf ist gar nicht so scheu, wenn er maximalen Schutz genießt. Beispiele aus den letzten Monaten: in Lommersweiler, Schlierbach und Medell wurde der Wolf am Dorfrand gesehen, in Atzerath hielten sich drei Wölfe auf 150m von einem Haus auf und flüchten nicht trotz Klatschen und Rufen. Wer kann da noch glauben, dass der Wolf dem Menschen konsequent aus dem Weg geht! Das ist ein Märchen.

Der Deutsche Bundestag hat sich in 2018 mit der Vergrößerung der Wolfspopulation auseinandergesetzt, sowie mit der Angst vor Angriffen auf Menschen. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages legte Zahlen vor: innerhalb von acht Jahren griff der Wolf 302 Menschen an, wovon 24 Personen starben. Die meisten Opfer waren Kinder.

Herr Licoppe glaubt, den Wolf in seine Rückzugsgebiete mittels Vergrämung vertreiben zu können. Wie soll das funktionieren? Auf dem Gebiet der Gemeinden B. Reuland, St. Vith, und Amel, wo der Wolf mehrmals gesichtet wurde, gibt es schlichtweg keine Rückzugsgebiete: alle paar Kilometer gibt es ein Dorf oder einen Weiler. Der Wolf legt aber bis zu 75 Km am Tag zurück; egal wohin er sich begibt, es befinden sich Menschen ganz in seiner Nähe. Utrecht ist auch in unserer Gegend möglich.

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