Mit Interesse habe ich die erste Kolumne von Herrn Brandt (GrenzEcho vom 8. Mai) gelesen. Da er einerseits die Zeit der Eisheiligen auf die 5 Tage vom 11. bis zum 15. Mai ansiedelt, andererseits aber nur 4 Heilige nennt, stellt sich die Frage, wie das zusammengeht. Die Lösung lautet: Am 11. Mai wird des heiligen Mamertus gedacht, der aber nicht überall „gefeiert“ wird, so auch nicht in unseren Breitengraden. Daher kennt man hierzulande tatsächlich meist nur die in der Kolumne aufgelisteten Eisheiligen Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia (eigentlich nimmt man ja nur die Herren als Eisheilige wahr, denn der „kalten Sophie“ kommt oft ein eigener Bedrohungsstatus zu). Folglich würde die hiesige Eisheiligen-Zeit erst am 12. Mai beginnen. Die Gedenktermine dieser Heiligen entstammen unverändert der Julianischen Zeitrechnung. Gemäß der nach Papst Gregor XIII. benannten und weiterhin gültigen Kalenderreform von 1582 würden sie, um den gleichen Sonnenstand zu haben, erst 11 Einheiten später, also weit in der zweiten Maihälfte auftauchen, wo sie heutzutage kältemäßig endgültig ihren Schrecken verloren hätten. In Erwartung der in rund einem Monat anstehenden Schafskälte wünsche ich der Wetter-Kolumne viel Erfolg.
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