Die DG setzt bei Langzeiterkrankungen auf Prävention

<p>Zwischen 2017 und 2023 wuchs der Anteil psychischer Erkrankungen in der DG um 38 Prozent.</p>
Zwischen 2017 und 2023 wuchs der Anteil psychischer Erkrankungen in der DG um 38 Prozent. | Illustrationsbild: Julian Stratenschulte/dpa

In seiner Antwort erklärte Franssen, dass das Arbeitsamt der DG die berufliche Wiedereingliederung von Langzeitkranken im Rahmen des Projekts „Zurück ins Arbeitsleben“ begleitet. Das Projekt wurde auf föderaler Ebene vom Landesinstitut für Kranken- und Invalidenversicherung (Likiv) initiiert. Die Krankenkassen übernehmen dabei eine koordinierende Rolle: Sie beraten Betroffene und vermitteln sie bei Bedarf weiter. In einer ersten Orientierungsphase werden persönliche Stärken, Fähigkeiten und Lebensumstände analysiert. Auf dieser Basis wird ein individueller Wiedereingliederungsplan erstellt, der etwa Weiterbildungen, Praktika oder ein Studium umfassen kann. Die Begleitung durch das Arbeitsamt erfolgt durchgängig bis zur tatsächlichen Rückkehr in den Arbeitsmarkt.

In einem weiteren Ausschuss schlug die Ecolo-Abgeordnete Fabienne Colling in eine ähnliche Kerbe – ihre Frage richtete sich an Ministerin Lydia Klinkenberg (ProDG). Laut eines Inami-Berichts aus dem Jahr 2023 besteht ein klarer Zusammenhang zwischen der Qualität von Arbeitsplätzen und dem Risiko für Langzeiterkrankungen.

2023 gab es in der DG 2.827 Langzeitkranke.

Obwohl die Arbeitsplätze in Ostbelgien als vergleichsweise stabil und familiär gelten, steigt auch hier die Zahl der Langzeitkranken. Colling fragte daher nach den Ursachen für diese Entwicklung und erkundigte sich, welche Instrumente die DG nutzen kann, um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz präventiv zu fördern. Zudem wollte sie wissen, an wen sich ostbelgische Unternehmen wenden können, wenn sie die Arbeitsbedingungen für gesundheitlich belastete Mitarbeitende verbessern möchten.

In ihrer Antwort verwies Ministerin Klinkenberg zunächst auf aktuelle Zahlen: Im Jahr 2023 waren in der DG 2.827 Personen als Langzeitkranke registriert – das entspricht 6,2 Prozent der Bevölkerung und liegt damit unter dem nationalen Durchschnitt von 7,8 Prozent. Auffällig ist jedoch der Anstieg psychischer Erkrankungen: Zwischen 2017 und 2023 wuchs deren Anteil um 38 Prozent.

Zuständig für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz sei auf nationaler Ebene der Föderale Öffentliche Dienst Beschäftigung. Dieser arbeitet mit internen oder externen Präventionsdiensten in den Unternehmen zusammen. Präventionsberater vor Ort analysieren Gefahren und entwickeln Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen – etwa durch Stressprävention. Die DG selbst setze im Rahmen ihrer Zuständigkeit auf Prävention im Bereich der psychischen Gesundheit. Dazu wurde unter anderem das „Netzwerk Mentale Gesundheit Ostbelgien“ gegründet, das die Versorgungsstrukturen verbessern soll. Zudem unterstützt die Gemeinschaft eine Vielzahl an Einrichtungen und Projekten – vom Beratungs- und Therapiezentrum über psychiatrische Begleitung bis hin zu Kampagnen und Programmen zur Gesundheitsförderung. (nc)

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