Am 11. April meldete die Presse, dass die Abgeordnetenkammer eine Resolution der Open VLD angenommen habe, in der die Föderalregierung aufgefordert wird, sich für das Gedenken an Widerstandskämpfer des Zweiten Weltkrieges einzusetzen. Tatsächlich haben viele Frauen und Männer des Widerstands hohe Risiken auf sich genommen, um Belgien gemeinsam mit regulären Truppen der Alliierten vom Nazi-Regime zu befreien. In der Tat verdient dieses Handeln den Respekt und die Hochachtung nachfolgender Generationen.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Teile der Résistance in Person der Weißen Armee in Ostbelgien Säuberungsaktionen durchgeführt haben, ohne zwischen Parteigängern des Nazi-Regimes und unschuldigen Bürgern zu unterscheiden. Dazu kam es auch häufig zu Plünderungsaktionen, denen erst mit dem Eintreffen amerikanischer Truppen Einhalt geboten wurde. Auf die Zeit der sogenannten Säuberungen hat Carlo Lejeune seinerzeit eindrucksvoll in seinem dreibändigen Werk „Die Säuberung“ hingewiesen.
Sicherlich standen die Handlungen der Weißen Armee unter dem Eindruck des unmittelbar Erlebten, doch hatten sie dazu geführt, dass sie bei weiten Teilen der Bevölkerung in Ostbelgien in sehr schlechtem Ruf stand.
Dies ist eben die zweite Seite des belgischen Widerstands, die auch nicht vergessen werden sollte.
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