Das berichteten unter anderem der Rundfunksender SVT und die Zeitungen „Dagens Nyheter“, „Aftonbladet“ und „Expressen“.
Demnach soll sich der Mann zum Tatzeitpunkt mitten in einer Live-Übertragung auf Tiktok befunden haben. Fünf Menschen wurden nach Angaben der Polizei festgenommen. Sie berichtete in einer Mitteilung von dem Vorfall in Södertälje, bei dem ein Mann im Alter von rund 40 Jahren von Schüssen getroffen und ums Leben gekommen sei. Die Identität des 38-Jährigen wollte eine Polizeisprecherin auf Anfrage aber zunächst nicht bestätigen.
Aus einer Mitteilung des Stockholmer Amtsgerichts geht jedoch indirekt hervor, dass der Mann tot ist. Ursprünglich sollte zu den Koranverbrennungen am Donnerstag ein Urteil veröffentlicht werden. Vom Gericht hieß es in dem Zusammenhang dass nun, da der Tod von einem der beiden Angeklagten festgestellt worden und die Verurteilung eines Toten nicht möglich sei, das Urteil angepasst und vertagt werden müsse. Der zweite Angeklagte hat sich bereits in sozialen Medien geäußert und schrieb, dass er am Leben sei.
Diplomatische Krise mitten im Nato-Prozess
Der Mann war 2018 aus dem Irak nach Schweden gekommen. Im Sommer 2023 waren in dem skandinavischen Land immer wieder Exemplare des Korans öffentlich angezündet oder beschädigt worden. Der islamkritische Iraker war damals zusammen mit einem Mitstreiter für die meisten dieser Vorfälle verantwortlich gewesen. Mitten im holprigen Nato-Beitrittsprozess Schwedens hatte all das zu einer diplomatischen Krise und teils gewalttätigen Protesten in muslimisch geprägten Ländern geführt. (dpa/mo)

Kommentare
Bin mir nicht sicher, ob man jemanden, der ein Buch verbrennt, in dem zigfach zur… “Schändung” von Menschen aufgerufen oder diese legitimiert wird (wie immer man dies theologisch auch interpretieren/einordnen/entkräften/verharmlosen mag) als “Koranschänder” bezeichnet werden sollte.
Wer von Koranschändung spricht übernimmt de facto die islamische Sichtweise, die die… “Schändung” des Korans als Blasphemie betrachtet, die - laut Koran - mit dem Tode zu bestrafen ist.
Für die in seinem Buch “Die satanischen Verse” in den Augen der islamischen Religionswächter begangenen… “Blasphemie” wurde Salman Rushdie mit einer unwiderruflichen Fatwa belegt, die ihn seit 36 Jahren zum Freiwild für islamische Vollzugswillige macht, denen ein Kopfgeld von zuletzt 4 Millionen Dollar winkt.
Rushdie hat diesen Mordaufruf bis heute überlebt, er verlor jedoch 2022 bei einer Messerattacke ein Auge und wurde lebensgefährlich verletzt. Die Redakteure und Zeichner von Charlie Hebdo hatten vor 10 Jahren weniger Glück.
Salwan Momika - ja, der “Koranschänder” hatte tatsächlich auch einen Namen - hat die Verbrennung des Korans, so wie es der Koran vorschreibt, mit dem Tode bezahlt, noch ehe ein weltliches Gericht ein abschließendes Urteil über diesen… Akt sprechen konnte. Ganz im Sinne islamischer Fatwas…
Ihn be- und verurteilend als “Koranschänder” zu bezeichnen kann auch als Legitimation dieser - aus Koransicht - “gerechten Strafe” angesehen werden.
Nachtrag der Ausgewogenheit wegen:
“Auch die Bibel berichtet mehr als hundertmal von durch Gott befohlenem Mord und Völkermord sowie von 600 weiteren Morden und Massenmorden und rund 1000 Zorn- u. Strafaktionen eines blindwütigen Gottes.” (P. Fürer)
Die öffentliche Verbrennung von vermeintlich “Heiligen Schriften” ist sicher weder schlau noch hilfreich und ersetzt keine kritisch-inhaltliche Auseinandersetzung damit. Sie erschwert oder behindert diese eher. Vor allem aber macht sie die darin zelebrierte Knechtung und Schändung von Menschen oder ganzer Völker nicht… ungeschrieben.
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