„Erreur humaine“

Da behauptet der Einsender am Ende seiner Eingabe wahrhaftig: „Die anderen Talsperren, etwa die Gileppe, haben freie Träger und haben die Katastrophe besser gemanagt!“. Das schlägt dem Fass den Boden aus! Genau wie die Wesertalsperre wird auch die Gileppetalsperre vom „Öffentlichen Dienst der Wallonie“ (ÖDW-SPW) gemanagt. Und genau wie an der Wesertalsperre ist auch an der Gileppe die Wasseraufbereitung Sache der „Wallonischen Wasserverteilungsgesellschaft“ (SWDE). Die SWDE hat überhaupt keine Befugnis in Bezug auf das Ablassen von Wasser aus diesen beiden Talsperren.

Anstatt immer wieder falsche Behauptungen in die Welt zu setzen und auf wirkliche oder vermeintliche Schuldige herumzuhacken, wäre es besser, sich Gedanken zu machen über das, was inzwischen geschehen ist, um neue Katastrophen zu verhindern. Die Talsperrenverwaltung, also der SPW-ÖDW (Wallonische Region) hat inzwischen eine wichtige Maßnahme ergriffen: die Wesertalsperre muss immer einen Freiraum von 8 Millionen m³ auf 25 Millionen m³ bereithalten.

Wir werden den See also nie mehr voll sehen, es sei denn eine Katastrophe tritt ein. Wenn Bütgenbach und Robertville das machen müssten, wäre es mit Tourismus aus! Übrigens: wenn die Wassermassen von Juli 2021 im im Warchetal gelandet wären, hätte Malmedy das Schicksal von Pepinster erlitten.

Wir sollten Druck machen, dass die Wallonische Region, die Gemeinden und alle anderen Entscheidungsträger dafür sorgen, dass die Flüsse Raum erhalten und dass die Gebirgsflüsse Hill und Soor gebändigt werden. Es gibt Möglichkeiten, aber davon ist bisher kaum etwas geplant geschweige denn ausgeführt worden. Im Film „Après la pluie“, der vorige Woche in Eupen gezeigt wurde, heißt es, dass die Studien bezüglich der Sicherungsmaßnahmen im Weser- und Ourthetal von der neuen Regierung vorerst auf Eis gelegt wurden! Da muss Druck gemacht werden, denn die extremen Wetterphänomene werden sich wiederholen.

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

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