Für all jene, die nach den Missbrauchsskandalen die Kirche verlassen, sollte man Verständnis aufbringen; die meisten haben sich diese Entscheidung gewiss nicht leicht gemacht und geben den stärkenden Glauben ihrer Eltern, ihrer Kindheit- und Jugend gar nicht auf.
Die Gebete der Mutter bleiben auch in ihrer neuen Einsamkeit unvergessen. So bleibt die Frage, ob entrüsteter Zorn die richtige Antwort ist. Obwohl strengste Null-Toleranz gelten muss, ist die Kirche weitaus mehr als ein Ort der Enttäuschung und des Ärgernisses. Wenn auch abgelehnt, sind die durch zwei Jahrtausende in allen Lebenslagen helfende und heilende Bergpredigt sowie das Vaterunser des gekreuzigten Gottes treuer Halt in aller Not.
Unvergessen bleibt auch die Hingabe ihrer Heiligen, Märtyrer und Blutzeugen. In unserer Zeit: Damian de Veuster, Maximillian Kolbe, Edith Stein, Dietrich Bonhoeffer, Padre Pio oder Mutter Teresa, deren gefoltertes und gedemütigtes Leben bis zuletzt auf der Seite der Opfer stand. Auf der Lepra-Insel, im Hungerbunker, im Gas von Treblinka und Auschwitz, im Stigma oder bei den verlassenen Slumkindern von Kalkutta.
Die Gotteshäuser leeren sich; ihre Portale bleiben immer für jeden offen.
Kommentare
Auch die inbrünstige Predigt aus der Derwahlschen Feder wird die Kirchen glücklicherweise nicht mehr füllen.
Die Pforten stehen offen, doch der Geist ist verschlossen und hoffnungslos in mittelalterlicher Doktrin gefangen, da helfen auch Beschwörungen einer reaktionären Anjezë Gonxhe Bojaxhiu ("Mutter Theresa") nicht mehr...
Sich auf einen Gott zu verlassen ist wohl von allen guten Geistern verlassen zu sein.
Sexuelle Delikte, Missbrauchsopfer, Ausnutzung der kindlichen lebendigen Naivität gibt es natürlich in der Kirche, schon wegen der philosophischen und damit oft körperfeindlichen Haltung. Gleichzeitig all diese Unstände auf die Kirche zu projizieren und damit es möglichst von einem selbst fernzuhalten ist heuchlerisch.
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