Luc Frank (CSP-LE) will Option für Atomstrom offen halten

<p>Das Bild zeigt das Kernkraftwerk Doel. Doel 3 und 4 (l.) und Doen 1 und 2 (r.)</p>
Das Bild zeigt das Kernkraftwerk Doel. Doel 3 und 4 (l.) und Doen 1 und 2 (r.) | Foto: belga

Kernenergie werde in Belgien derzeit an zwei Standorten mit insgesamt fünf Reaktorblöcken betrieben. Das Dilemma liege darin, dass die Erzeugung erneuerbarer Energien nicht ausreiche, um das Land mit Strom zu versorgen und die Stromerzeugung durch Braunkohlekraftwerke mit verheerenden Folgen für das globale Klima verbunden sei, heißt es darin weiter.

Die Diskussion sei kontrovers: Zwar stufe die EU-Kommission die Investitionen in Kernenergie als ökologisch nachhaltig ein, aber dennoch baue eine knappe Mehrheit der EU-Länder ihre Kernkraftwerke ab.

Die Mehrheit der Betreiberländer wolle hingegen ihre Kernkraftwerke nicht vorzeitig abschalten. Auch Belgien sei tendenziell ein Befürworter der Atomkraft und wolle sich die Option zum Bau und Betrieb von Gas- und Kernkraftwerken offenhalten.

Zu diesen Befürwortern gehöre auch Luc Frank: „Unser Leben muss bezahlbar bleiben. Durch das Ausknipsen der bisherigen Stromversorgung – ohne geeignete Alternativen – dürfte das für viele nicht zu stemmen sein“, so der ostbelgische Abgeordnete.

Der erneut eingereichte Gesetzesvorschlag ziele sowohl auf die Erreichung der belgischen Klimaziele als auch die Sicherheit der Stromversorgung ab. Kernkraftwerke, die alle Sicherheitsgarantien aufwiesen, könnten zumindest kurzfristig weiterlaufen, bevor sie mittel- bis langfristig durch neue Anlagen modernster Technologie abgelöst würden.

Hier komme es auf das Ausarbeiten pragmatischer Lösungen an, auf Kompromisse, die dieser und den nächsten Generationen Möglichkeiten ließssen, hier angemessen zu leben, so der ostbelgische Abgeordnete abschließend. (red/kupo)

Kommentare

  • Hätte dieser “christliche”… “Volksvertreter” nur ein wenig Anstand, würde er nach seinem unentschuldbaren Verhalten als Kelmiser Bürgermeister (wofür er und seine Partei vom Wähler glücklicherweise abgestraft wurden) auch von seinem Kammer-Mandat zurück treten.

    Solche rücksichtslosen und skrupellosen “Volksvertreter”, die glauben über den Gesetzen zu stehen und rechtschaffene KollegInnen diffamieren, braucht niemand.

    Er beschädigt allerdings zusätzlich, das bereits hinlänglich ramponierte Ansehen von PolitikerInnen.

  • Wenn wir uns jetzt zwischen dem potenziellen Risiko der Kernenergie und der gesicherten Schädigung unseres Klimas durch fossile Energieträger entscheiden müssen ist die Kernenergie wahrscheinlich die bessere Übergangslösung.

    Aber neue Reaktoren bauen, anstatt erneuerbare Energie im Verbund mit Energiespeicher? Das kann niemand mit gesundem Menschenverstand wollen. (Es sei denn Lobbyisten bezahlen)

    Abgesehen vom Risiko der Kernenergie und der zunehmenden Anzahl von wahnsinnigen Diktatoren die so Zugang zu Kernwaffen erhalten spricht man kaum noch über Atommüll.

    Die föderale Regierung und der Energiekonzern Engie haben eine Vereinbarung getroffen, wonach die Kosten für die Verwaltung nuklearer Abfälle der sieben belgischen Reaktoren auf den Staat übertragen wird. Engie wird in zwei Raten insgesamt 15 Milliarden Euro an den Staat zahlen, um die Angelegenheit abzuschließen. Abzuschließen… wohlgemerkt für die Industrie. Der belgische Staat (also wir Bürger) kümmern uns jetzt um die Endlagerung der radioaktiven Abfälle. Diese sollen für hunderttausende von Jahren sicher gelagert werden.

    15.000.000.000 € für sagen wir mal 200.000 Jahre. Welche Gemeinde meldet sich freiwillig für 75.000€ pro Jahr. Kelmis? ;-)

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