„Ostbelgien“: ein Landstrich, viele Namen

Immer interessant zu sehen, wie die Frage der Bezeichnung unserer Region regelmäßig und immer wieder hochkommt, so wie diesmal in dem Beitrag von Kurt Pothen und auf geschichte.be.

Schon länger habe ich meine Meinung hierzu in meinem Blog veröffentlicht. Gerade im Zusammenhang mit einer möglichen Staatsreform, von der ich seit zwei Legislaturperioden träumte, und der Online-Befragung „Ein Land der Zukunft“, hatte diese Frage für mich eine hohe Aktualität. Den geschichtlichen Abriss von Herrn Pothen braucht man nicht wiederholen. Fakt ist sicher, dass die beiden Kreise Eupen und Malmedy völkerrechtlich mit dem Wiener Kongress das Licht der Welt erblickten, als das Rheinland an das Königreich Preußen fiel.

Ob der Begriff Eupen-Malmedy erst nach 1920 entstand, ist möglich. Gut 40 Jahre später entstand in Belgien das deutsche Sprachgebiet. Da war Malmedy nicht mehr dabei. Nochmal zehn Jahre später definierte die neue Verfassung die deutsche Kulturgemeinschaft in Belgien. Weitere zehn Jahre später wurde diese konstitutionelle Gemeinschaft dann „Deutschsprachige Gemeinschaft“ genannt. Das war einigen führenden Betonköpfen in unserer Heimat zu verdanken, die den Zug der Zeit nie erkannt hatten.

Dass diejenigen, die eher den Begriff deutsche Gemeinschaft befürworteten, so wie ursprünglich in der Verfassungsdiskussion vorgeschlagen, als Radikale qualifiziert wurden (Originalton geschichte.be), ist mir erst jetzt bewusst. Radikal wollte ich damals nicht sein, nur autonom und frei.

Das ist jetzt alles Schnee von gestern. Aber was bringt die Zukunft? Institutionell ist mein Vorschlag, die neun Gemeinden zu zwei Städten zu fusionieren und unsere Heimat in der Verfassung Eupen-St.Vith zu nennen. Wenn man will, könnte dies schon jetzt umgesetzt werden. Das mit Ostbelgien überlassen wir dann weiter den Marketingexperten, denen ich viel Glück dabei wünsche.

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