In seinem Kommentar zum Kaleido-Bericht zur „telefonbasierten Kindheit“ wirft GE-Redakteur Pothen Kaleido „Panikmache“ vor. Ja, wir sind sehr alarmiert. Jeder, der sich die Daten genau ansieht, ist es hoffentlich. Hier geht es um nichts weniger als die Gesundheit unserer Kinder. Wenn ein erheblicher Teil unserer Kinder zunehmend unter Angstzuständen und Depressionen leidet, wenn Suizidraten ansteigen – ja, dann alarmiert das uns sehr. Und ob es „Panikmache“ ist darauf hinzuweisen, dass auf Instagram in einer Woche (!) 1 von 8 Jugendlichen im Alter von 13-15 Jahren sexuell belästigt wird, muss jeder Leser selbst entscheiden.
Der GE-Redakteur wirft uns vor, andere Ursachen weitestgehend zu ignorieren. Dabei legen wir dar, dass diese alternativen Erklärungsmodelle das Phänomen eben nicht erklären.
Die exponentielle Verschlechterung der mentalen Gesundheit hat maßgeblich um das Jahr 2010 herum eingesetzt - ein entscheidender Punkt. Andere potenzielle Ursachen erklären nicht, warum diese drastische Veränderung ab 2010 begonnen hat. Und sie erklären in keiner Weise, warum vorwiegend Mädchen betroffen sind. Schließlich bezeichnet der Autor unsere Handlungsvorschläge als „weltfremde Rückwärtsgewandtheit“. Gestern hat die Regierung der FG das beschlossen, was Kaleido empfiehlt: keine Smartphones in den Schulen mehr! Viele Länder gehen inzwischen diesen Weg, an ostbelgischen Schulen tut sich manches, zunehmend denken Eltern und auch Jugendliche selbst um. Alles also weltfremde Zeitgenossen?
Wer den Bericht liest, wird feststellen, dass wir uns keineswegs nur für eine Regulierung aussprechen – wir plädieren für einen Ausbau der Medienerziehung, informieren über technische Alternativen zum Smartphone... Wir befürworten eine Gesamtstrategie - eine Mischung aus Regulierung, Medienerziehung sowie Sensibilisierung von Eltern und Jugendlichen.
Ja, wir wollen die Realität verändern – weil wir als Gesellschaft zu weit gegangen sind, weil wir es unseren Kindern ganz einfach schuldig sind.
Kommentare
Mir erschließt sich nicht, warum es immer gleich Verbote sein müssen. Ich möchte nichts von dem beanstanden was sie sagen, meiner Meinung stimmt das auch so.
Aber wie der Grenz-Echo Redakteur sagte: nicht das Gerät ist das Problem sondern der Umgang. Das sollten Schulen etc. lehren, denn das die Technologie eine zunehmend wichtige Rolle im späteren Leben spielt und sie sich rasant weiterentwickelt, das ist nichts was wir aufhalten werden, können und sollten.
Natürlich hat das Gerät im Unterricht nichts zu suchen - es sei denn man integriert es bewusst und lernt dann eben damit umzugehen. Auch an Selbstwertgefühl etc. kann man arbeiten. Lässt man aber Kinder völlig frei und unbeaufsichtigt ohne jedwede Begleitung ab jüngstem Alter ins Web, muss man sich nicht wundern wenn das schief geht.
Hier sind Eltern und Schulen gefordert, was ein Verbot langfristig bewirken soll is mir rätselhaft. Mal ganz davon abgesehen, daß verbotenes in dem Alter schon immer besonders interessant war. Dann hängen sie eben zukünftig statt betreut / begleitet heimlich ins Web.
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