Eupen und Temse

Mit Flandern verbindet Ostbelgien eine langjährige Freundschaft. Keine Frage: die hohe Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. In den meisten Gemeinden stellen unsere flämischen Landsleute jahrein jahraus die höchste Besucherzahl. Der frühere Eupener Bürgermeister Fred Evers erklärte stets mit Stolz: „Eupen ist die einzige Stadt Belgiens, an deren Rathaus zum jeweiligen ‘Nationaltag‘ sowohl der flämische Löwe als auch der wallonische Hahn flattert“. Sein Nachfolger Dr. Elmar Keutgen führte diese sympathische Tradition fort. Schade, dass diese Geste inzwischen abgeschafft wurde oder einfach nur in Vergessenheit geraten ist. Heute jährt sich übrigens zum 51. mal die Verschwisterung Eupens mit der Stadt Temse. Leider wurde die Fünfzig-Jahrfeier im vergangenen Jahr unter den Teppich gekehrt. Ok, Verschwisterungen mögen vielleicht etwas aus der Zeit gefallen zu sein, aber sie sind mehr als nur Folklore. Es gab Zeiten, da zogen Hunderte Besucher von Eupen nach Temse und auch die Ostflamen ließen keine Gelegenheit aus, die Hauptstadt der DG nicht nur zum Karneval zu besuchen. Inzwischen feiert manche innerbelgische Partnerschaft ihr Comeback. Kein Wunder: oft genug wird gejammert, das Land drifte auseinander. Nutzen wir also die Chance, den Kontakt mit unseren Landsleuten aufrecht zu halten. Vielleicht wäre eine Feier anlässlich der Instandsetzung des Temseparks in der Unterstadt eine schöne Gelegenheit zu ihrer Auffrischung.

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