Enorme Müllmengen an den Stränden der belgischen Küstenstädte sorgten am 14. August landesweit für negative Schlagzeilen. Allein am Strand in Ostende kamen abends auf wenige Hundert Meter 4.000 Liter Müll zusammen. Neben unappetitlichen Abfällen wie Pampers u.a. waren es vor allem Unmengen von Plastikflaschen und Dosen, die zurückgelassen wurden. Mit den Tagestouristen waren die Schuldigen zwar schnell gefunden, doch sollten sich unsere Politikerinnen und Politiker auch selbst an die Nase fassen. Seit Jahren wird in Belgien ohne Erfolg an einem Kooperationsabkommen zwischen den drei Regionen „gearbeitet“, um ein Pfandprojekt einzuführen. Während diese Vereinbarung im letzten Frühjahr in den Startlöchern zu stehen schien, wurde der Prozess am Ende der Legislaturperiode doch noch von der MR ausgebremst.
Allerdings werden die neuen Regierungen auf das Gaspedal treten müssen: Die Europäische Kommission verlangt von den Mitgliedsstaaten bis 2029 90% der Verpackungen zu sammeln. Ohne die Einführung eines Pfands auf Plastikflaschen und Dosen ist dieses Ziel wohl kaum zu erreichen. In Deutschland wurde das Einwegpfand schon vor 21 Jahren eingeführt. Seitdem müssen alle Geschäfte, die Getränke in pfandpflichtigen Einwegverpackungen verkaufen, diese auch zurücknehmen. Belgien hat also auch hier keine Zeit zu verlieren.
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