Bei der Vorstellung seiner Kandidatur für das Bürgermeisteramt erhielt Björn Klinkenberg lobende Worte von seiner Parteikollegin Nadine Rotheudt, der Ersten Schöffin der Gemeinde Kelmis: „Björn Klinkenbergs Vision für unsere Partei ist wirklich inspirierend (...). Er bringt neue Ideen und frischen Wind, ohne dabei unsere gemeinsamen Werte aus den Augen zu verlieren.“ Während Rotheudt bei den letzten Kommunalwahlen vor sechs Jahren noch an der Spitze der Kelmiser SP-Liste stand, setzt die Partei in diesem Jahr auf einen neuen Namen und ein neues Gesicht: die SP Offene Bürgerliste mit Klinkenberg als Spitzenkandidat.
Klinkenberg: „Müssen neue Wege finden, die Bürger in die Entscheidungen einzubeziehen.“
Bereits zu Beginn seiner Ansprache betonte Klinkenberg die Bedeutung des neuen Namens und der breiteren Ausrichtung der Liste. „Der Name ‘SP Offene Bürgerliste’ soll deutlich machen, dass wir Mitstreiter aus verschiedenen politischen Strömungen einbinden, die im ständigen Austausch miteinander stehen,“ erklärte er. „Wir sind keine rein sozialistische Liste, sondern eine Bewegung für alle, die die demokratischen Prozesse mitgestalten wollen.“ Die Vorstellung der gesamten Liste soll in weniger als zwei Wochen erfolgen. „Rund die Hälfte meiner Mitstreiter sind neue Gesichter in der Kommunalpolitik, so viel kann ich verraten“, berichtet der Spitzenkandidat auf GrenzEcho-Nachfrage.
Klinkenberg legte in seiner Rede besonderen Wert auf die Stärkung der Demokratie auf kommunaler Ebene und hob die zentrale Rolle der Bürgerbeteiligung hervor. „In einer Zeit, in der populistische Bewegungen, Falschinformationen und allgemeines Misstrauen gegenüber Politikern zunehmen, ist es umso wichtiger, die Demokratie vor Ort zu stärken und die Bürgerbeteiligung in den Mittelpunkt der Gemeindearbeit zu stellen,“ sagte Klinkenberg. Er unterstrich, dass die Gemeinde Kelmis als bürgernahe Ebene der Demokratie eine entscheidende Rolle spielen müsse.
Bereits in den letzten Jahren seien in Kelmis erste Schritte in Richtung einer stärkeren Bürgerbeteiligung unternommen worden. Klinkenberg verwies auf den Kindergemeinderat sowie auf die Durchführung von Online-Umfragen und Anwohnerversammlungen, die seiner Ansicht nach gezeigt hätten, dass Bürgerbeteiligung nicht nur möglich, sondern auch erfolgreich sei. „Wir müssen diesen Weg konsequent weiterverfolgen und neue Wege finden, um die Bürger noch stärker in die Entscheidungen einzubeziehen,“ forderte er.
Neben der Bürgerbeteiligung stellte Klinkenberg die Finanzpolitik der Gemeinde als einen weiteren Schwerpunkt vor. Als studierter Buchhalter und Steuerberater habe er eine gewisse Affinität für Zahlen und sehe große Herausforderungen und Chancen für eine zukunftsorientierte Finanzpolitik der Gemeinde Kelmis. „Unsere Handlungsspielräume werden enger, und es ist umso wichtiger, die verfügbaren Mittel effizient und gezielt einzusetzen,“ sagte Klinkenberg. Er betonte die Notwendigkeit einer Finanzpolitik, die es der Gemeinde ermögliche, weiterhin in Schlüsselbereiche wie Bildung, Infrastruktur und soziale Dienste zu investieren. Dabei sei es entscheidend, auch in Zeiten knapper Kassen notwendige Investitionen nicht aufzuschieben, sondern eine langfristige und nachhaltige Investitionsstrategie zu verfolgen. „Nur so können wir die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger erhalten und verbessern,“ zeigte sich Klinkenberg überzeugt.
Ein weiteres Anliegen Klinkenbergs ist die soziale Gerechtigkeit. Er betonte, dass in einer starken Gemeinschaft niemand zurückgelassen werden dürfe und dass Unterstützung dort ankommen müsse, wo sie tatsächlich gebraucht werde. Gleichzeitig unterstrich er die Notwendigkeit, die Vergabe von Sozialleistungen fair und transparent zu gestalten, um Missbrauch zu verhindern. „Wir wollen keine Sozialschmarotzer fördern, sondern gezielt denjenigen helfen, die Anspruch auf Unterstützung haben,“ stellte Klinkenberg klar.
Klinkenberg sprach auch die Haushaltsneutralität an, die er als unverzichtbaren Grundsatz für die Finanzpolitik der Gemeinde Kelmis bezeichnete. „Es ist entscheidend, dass Entscheidungen, die auf höheren staatlichen Ebenen getroffen werden, keine zusätzlichen finanziellen Lasten für unsere Gemeinde mit sich bringen,“ erklärte er. Klinkenberg betonte, dass die finanzielle Belastung der Gemeinde nur dann tragbar sei, wenn die höheren Ebenen, wie die Föderalregierung, die Wallonische Region oder die Deutschsprachige Gemeinschaft, ihre Verantwortung übernehmen und die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen. „Nur so können wir sicherstellen, dass die Gemeinde Kelmis in der Lage ist, ihre Aufgaben zu erfüllen, ohne dabei in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten,“ erklärte der Schöffe.
SP-Politiker ist seit 2018 als Schöffe der Gemeinde Kelmis tätig.
Die kommunalpolitische Karriere des 38-Jährigen ist noch recht jung, für Politik habe er sich jedoch schon seit seiner Jugend interessiert. „Als ich mit 16 Jahren in den Rat der deutschsprachigen Jugend eingetreten bin, habe ich angefangen, mich noch intensiver mit den politischen Prozessen zu beschäftigen“, berichtet Björn Klinkenberg. Seit 2018 ist Klinkenberg als Schöffe für die Bereiche Jugend, Sport, Gesundheit und den Bauhof der Gemeinde Kelmis zuständig.
Bei den Gemeinschaftswahlen im Juni dieses Jahres schaffte der gelernte Buchhalter den Sprung in das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Einen Posten, den er wieder abgeben müsste, sollte er Bürgermeister der Gemeinde Kelmis werden. „Die Idee, als Bürgermeisterkandidat für die SP Offene Bürgerliste anzutreten, wurde erst nach den Gemeinschaftswahlen konkret. Ich war überwältigt von der Unterstützung, die mir vor allem aus meiner Heimatgemeinde zugesprochen wurde“, blickt der Spitzenkandidat zurück.
Auch wenn die SP bei den Gemeinschaftswahlen Federn lassen musste, blickt Klinkenberg optimistisch auf die anstehende heiße Phase des Wahlkampfes: „Die PDG-Wahlen haben gezeigt, dass die Kelmiser sich eine soziale und gerechte Politik wünschen (Die SP wurde bei den Gemeinschaftswahlen in Kelmis stärkste Kraft, A.d.R.). Mit diesem guten Gefühl im Rücken werden wir auch in die Kommunalwahlen gehen.“

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